Flüssiges Brot – Bier, Brauereien und Wirtshäuser in Schwaben

Vom 21. März bis zum 10. Oktober 2010 finden die neue Sonderausstellung - Flüssiges Brot – Bier, Brauereien und Wirtshäuser in Schwaben - Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld statt.

Bis heute gilt Bier als „bayerisches Nationalgetränk“ und als „Kulturgut“. Bier wird gerne als „flüssiges Brot" und bayerisches Grundnahrungsmittel bezeichnet. Es kann auch zum Politikum werden, wenn bayerische Politiker für das Reinheitsgebot, die Reduzierung der Mehrwertsteuer oder maßvollen Biergenuss plädieren. Bayern hat den höchsten Bierverbrauch in der Bundesrepublik und zählt fast die Hälfte aller deutschen Brauereien (rund 620).

Wie aber steht es um die schwäbische Bierkultur? Aktuell liegt Schwaben mit nur rund 50 Brauereien auf dem vorletzten Platz der bayerischen Skala. Aber dies war nicht immer so: Im Jahr 1846 hatte Bayerisch-Schwaben mit 969 Brauereien die meisten in ganz Bayern! Warum das so war, und wie es zu dem großen Wandel kam, war Anlass genug, dem schwäbischen Bier erstmals eine große Ausstellung im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld zu widmen. Die umfangreiche Sonderausstellung „Flüssiges Brot“ – Bier, Brauereien und Wirtshäuser in Schwaben vom 21. März bis 10. Oktober 2010 ist der noch weitgehend unbekannten Geschichte des „bayerischen Nationalgetränks“ in Bayerisch-Schwaben gewidmet.


Zunfttruhe der Kaufbeurer Brauer

So dürfen die Augsburger die älteste Verordnung über die Qualität von Bier, erlassen von Kaiser Friedrich Barbarossa und verankert im Stadtrecht von 1156, für sich beanspruchen. Anhand ausgewählter und einzigartiger Exponate wird an das vergangene Zunftwesen der Bierbrauer in Augsburg, Kaufbeuren, Burgau und Günzburg erinnert. Den Brauprozess, die Lagerung und den Vertrieb veranschaulichen originale Gerätschaften aus bayerisch-schwäbischen Brauereien sowie aus Zeiten, als es noch in fast jeder Ortschaft eine eigene kleine Brauereiwirtschaft gab.

Reklamemarken, „Bierfilze“, Bierkrüge und -gläser, historische Reklameschilder meist längst eingestellter Brauereien sind ein klassisches Sammelthema und erinnern an Zeiten, als das Bier ursprünglich mit dem Wirtshaus untrennbar verbunden war. Umrahmt von alten Wirtshausschildern und Stammtischzeichen, Kegel- und Kartenspielen präsentiert die Ausstellung das multifunktionale Wirtshaus als Ort des Vergnügens, der Geselligkeit und des Handelns und nicht zuletzt auch als Ort, wo manche „über die Stränge“ schlugen.

Das Areal des Zisterzienserinnenklosters Oberschönenfeld bietet sich mit seiner vergangenen jahrhundertealten Brauereitradition und dem heutigen Klosterstüble geradezu an, um der Bierkultur in Schwaben nachzugehen.

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Broschüre.

Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die für Familien, für Jung und Alt gleichermaßen spannende Ausstellung. Zusätzlich bietet die Volkshochschule Augsburger Land e.V. ein „Oberschönenfeld – spezial“ mit ausgesuchten Programmen zum Thema „Bier“ an.

Offenes Begleitprogramm:
Sonntag, 16. Mai (Internationaler Museumstag, Eintritt frei), 15 Uhr
„Weint mit mir, ihr Wirte und ihr Bräuer!“
Lieder vom Brauen, Trinken und Genießen. Musikanten aus der Region spielen unter Leitung von Christoph Lambertz, Volksmusikberatungsstelle des Bezirks Schwaben.

Sonntag, 18. Juli, zwischen 13 und 17 Uhr
„Welches Bier schmeckt wie?“
Bierverkostung mit Biersommelière Dunja Karabash, Aktienbrauerei Kaufbeuren.
Kosten inkl. Eintritt: 7,50 EUR (ab 16 Jahren, ohne Anmeldung).

Sonntag, 19. September, 14.30 Uhr
„Hopfen – mehr als nur eine Bierzutat“
Diavortrag zum Hopfen als Arzneipflanze, anschließend Erläuterungen an der Pflanze, von Apotheker Siegfried Hagspiel, Hofapotheke St. Afra, Augsburg.
Kosten: Museumseintritt (ohne Anmeldung).

4. April, 13. Mai, 30. Mai, 8. August, 3. Oktober, jeweils 15 Uhr
Sonn- und Feiertagsführungen

Für Gruppen und Schulklassen stehen mehrere Angebote bereit.


Kontakt:
Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Telefon: (0 82 38) 30 01-12
Fax: (0 82 38) 30 01-10
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