Objekte und Fotografien von Oliver Köhl

Die Ausstellung in der Schwäbischen Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld zeigt vom 23. Juli bis 12. September 2010 Holzobjekte sowie Fotografien von Oliver Köhl aus Kempten.

Dabei ist es dem Künstler ein zentrales Anliegen, den einfachen Dingen auf den Grund zu gehen.

Oliver Köhl arbeitet mit ganz unterschiedlichen künstlerischen Mitteln, die wiederum miteinander in Dialog treten: Bei seinen Holzinstallationen baut er die immer gleichen, minimalisierten Elemente zusammen, stapelt sie zu Stelen, setzt sie zu räumlichen und raumgreifenden Gebilden zusammen. Dies geschieht jedoch nicht mit einer Regelmäßigkeit, die man bei sich wiederholenden Modulen erwarten könnte, sondern vielmehr mit kleinen Verschiebungen und asymmetrischen Anordnungen, die wie zufällig entstanden wirken und den Eindruck von Veränderung und Wachstum, von Verdichtung und Auflösung hervorrufen. An dem von ihm seit einigen Jahren bevorzugten Arbeitsmaterial Holz reizt nicht der ökologisch wertvolle Rohstoff, sondern vielmehr das industrielle Abfallprodukt, das Massenverbrauchsgut.

Es geht Oliver Köhl aber auch darum, Grenzen auszuloten, verschiedene Ebenen, Formen und Formate zueinander in Beziehung zu setzen. Immer wieder andere Neigungswinkel lassen Eindrücke von Schwere und Leichtigkeit oder von Offenheit und Geschlossenheit entstehen. Schließlich verleiht die Farbe im Inneren der Skulpturen ihnen Plastizität. Sie ist gleichzeitig eine Hilfe, die Arbeiten zu lesen, indem das Auge geführt wird.

Fotoserien sind Oliver Köhls zweites Arbeitsgebiet. Auch hier sind Elemente wie Wärme, Kälte, Tiefe, Licht oder Schatten wichtiger als die Motive selbst. Eine Serie seiner Fotografien auf Aludibond gibt menschenleere Orte in kühlen Blau- und Grautönen wieder, mit stark grafischer Wirkung. Detailaufnahmen seiner eigenen Skulpturen scheinen zur Architektur zu werden – auf Licht und Schatten reduziert wird eine Raumflucht in den Mittelpunkt gestellt. Auch hier geht es wiederum um eine starke Reduktion der Mittel, um eine Minimalisierung.


Oliver Köhl wurde 1961 in Friedberg/Hessen geboren. Nach einer Ausbildung zum Steinbildhauer in Frankfurt a. M. studierte er an der Alanus-Hochschule in Alfter bei Bonn Bildhauerei. Von 1984 an stellt er in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Seit 1993 lebt und arbeitet er in Kempten als freischaffender Künstler.

2004 erhielt Oliver Köhl den Kunstpreis der Stadt Pfronten, 2007 den Magnus Remy Preis der Schwaben-Akademie Irsee. Arbeiten von ihm befinden sich im öffentlichen Raum. Der Künstler ist Mitglied des BBK Schwaben-Süd.


Öffnungszeiten:
Di – So von 10-17 Uhr, Feiertage geöffnet.
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.

Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Telefon: (0 82 38) 30 01-12
Fax: (0 82 38) 30 01-10
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de