Ende des Sommerfestivals mit Woodstock-Legende

Mit dem Konzert von Crosby, Stills & Nash endete am Sonntag nach 25 Tagen das Tollwood Festival.

Rund 810.000 Besucher kamen bei hochsommerlichen Temperaturen in den Münchner Olympiapark. Damit blieb die Zahl zum Vorjahr konstant. Unter dem Motto „Blau, so blau“ erlebten die Besucher in diesem Sommer ein vielfältiges Programm von Live-Musik bis zu Artistik und Akrobatik. 75 Prozent der über 500 Veranstaltungen konnten die Gäste bei freiem Eintritt besuchen. Das neue Jazz-Zelt „Blue Note Lounge“ und der weiß-blaue „Dorfplatz“ mit bayerischer Kegelbahn erfreuten sich großer Beliebtheit, ebenso wie die zahlreichen Möglichkeiten des kostenfreien Public Viewing im Rahmen der Fußball-WM in der ersten Festivalhälfte. Musikalische Höhepunkte waren die sieben ausverkauften Konzerte in der Gehrlicher Musik-Arena, angefangen vom Festivalauftakt mit Silbermond, einer der aktuell erfolgreichsten deutschen Bands, über das Konzert der Singer/Songwriterin Norah Jones bis hin zum Auftritt des Wortakrobaten Willy Astor. Auch Newcomer wie The Baseballs, künstlerische Sensationen wie Nas & Damian „Jr. Gong“ Marley oder die legendären Pet Shop Boys sorgten für einzigartige Momente im großen Musikzelt.

Im Theaterbereich zeigte Tollwood vier Produktionen aus Frankreich, Belgien und Spanien, darunter drei Deutschlandpremieren. „Le Chant du Dindon“ der französischen Compagnie Rasposo sorgte mit fulminanter Artistik, Seiltanz, Akrobatik und Live-Musik abendlich für Standing Ovations. „Devoris Causa“, eine poetische Küchenartistik des spanischen Escarlata Circus, verzauberte die Besucher in einem kleinen 60-Mann-Zelt, und die legendäre Zirkusfamilie des belgischen Circus Ronaldo beeindruckte mit „Circenses“, einer Inszenierung, in der das Publikum die Show vor und hinter der Bühne erlebte. Den Abschluss bildete der belgische Circo Ripopolo, der das Publikum in „A rovescio“ mit poetischer Kleinkunst hinter die Bühne entführte.


Farbtopf Foto: Sigi Müller


Vom Wasserspiel des Schweizer Performance-Künstlers Rigolo bis hin zum asiatischen Wassertempel empfanden Kunstwerke, Performances und Walk-Acts das Festivalmotto nach. 220 internationale Kunsthandwerker stellten auf dem „Markt der Ideen“ aus. Dort baute Tollwood den Bereich des Fairen Handels aus: 45 Prozent der angebotenen Produkte aus sogenannten Entwicklungsländern wurden in diesem Sommer bereits nach den Kriterien des Fairen Handels hergestellt. 50 Gastronomiestände, die zum 14. Mal biozertifiziert worden waren, boten Kulinarik aus aller Welt. Eine Facebook-Nutzerin kommentierte: „Es sollte das ganze Jahr Sommer-Tollwood sein.“

Das Tollwood Winterfestival findet vom 24. November bis zum 31. Dezember 2010 auf der Münchner Theresienwiese statt. Das Festival steht unter dem Motto „Spuren“. Informationen zum Programm des Winterfestivals folgen im September unter www.tollwood.de