Weinfest im und am Nürnberger Handwerkerhof

Nürnberg – Schon Hippokrates kannte die besonderen Qualitäten des Weines und stellte dazu fest: „Der Wein ist ein Ding, in wunderbarer Weise für den Menschen geeignet, vorausgesetzt, dass er bei guter und schlechter Gesundheit sinnvoll und in rechtem Maße

Gelegenheit, hochwertige Weine zu genießen und gemeinsam mit Familie, Freunden, Arbeitskollegen und Geschäftspartnern zu feiern, bietet das stimmungsvolle Weinfest, das vom 7. bis 11. September 2011 im Nürnberger Handwerkerhof und auf einem Teilbereich des benachbarten Klarissenplatzes seine Premiere erlebt. Damit setzt die veranstaltende ORTOG GmbH die Tradition der Weinfeste in Nürnberg mit einem kleinen, aber feinen Weinfest fort. Am Tor zur Nürnberger Altstadt gelegen, hat das Weinfest seinen ganz eigenen Charme, denn zum mittelalterlichen Ambiente des Nürnberger Handwerkerhofes bildet die beeindruckende Architektur des Klarissenplatzes den Kontrast und steht für das moderne Nürnberg.

Das Weinfest soll auch dazu beitragen, diesen Bereich der Stadt zu beleben, denn man möchte die Königstraße stärker als Eingangstor zur Nürnberger Altstadt ins Bewusstsein rücken.



Gastronomen im Handwerkerhof und am Klarissenplatz sind Gastgeber
Das Weinfest wird gemeinsam mit den im Handwerkerhof und am Klarissenplatz ansässigen Gastronomiebetrieben und in enger Abstimmung mit der Stadt Nürnberg als Eigentümer des Handwerkerho-fes durchführt. Fünf Tage lang laden die Fränkische Weinstube und das Bratwurstglöcklein im Handwerkerhof sowie der im Frühjahr neu eröffnete „Balkon“ mit Schankterrasse vor dem ehemaligen Milchhäuschen zum Verweilen und Genießen ein. In unmittelbarer Nachbarschaft werden die Weinfest-Gäste am Rande des Klarissenplatzes ebenfalls mit erlesenen Weinen und einem vielfältigen kulinarischen Angebot verwöhnt. Gastgeber sind hier das Hotel Victoria mit seinem Außenbereich La Terrazza, das Hotel und altfränkische Gasthaus Pillhofer und das zum Neuen Museum gehö-rende Restaurant Happy Happa. Das kulinarische Spektrum des Weinfestes reicht von zünftigen Brotzeiten und kleinen Snacks über typisch fränkische Spezialitäten bis hin zu Fingerfood und Gerichten der chinesischen Küche aus der Provinz Szechuan.

Zum Ausschank kommen Weine aus Franken und anderen Weinbauregionen
Natürlich wird beim Weinfest der in Franken angebaute Wein einen Schwerpunkt bilden, doch es kommen auch Weine aus anderen deut-schen und europäischen Weinbauregionen zum Ausschank und laden zu einer Entdeckungsreise ein. Jeder der beteiligten Wirte hat zum Weinfest einen preiswerten Hausschoppen (0,25 l) zum Preis von 3,50 Euro auf der Karte stehen. Ansonsten werden zur Degustation offene Weine im 0,1 l Glas sowie alkoholfreie Getränke angeboten.

In Nürnbergs Geschichte spielt der Wein eine wichtige Rolle
Für die meisten dürfte Nürnberg eine Stadt des Bieres sein, aber die Geschichte der Stadt lehrt uns, dass hier der Wein schon in frühen Jahren eine wichtige Rolle ge-spielt hat. Im Nürnberger Weinlesebuch lädt der Autor Walter Gebhardt die Leser zu einer Zeitreise durch sieben Jahrhunderte Nürnberger Weingeschichte ein und man erfährt dabei viel Überraschendes.

Der Weinmarkt in der Sebalder Stadthälfte erinnert mit seinem Namen noch heute daran, dass auf diesem Platz in reichsstädtischer Zeit der Nürnberger Weinhandel stattfand. Umgeschlagen wurden Weine vom Main, Neckar, Rhein und Tauber. Da die Trinkwasserqualität früher unzureichend war, zählten Wein und Bier zu den Grundnahrungsmitteln und der Konsum war entsprechend hoch. Der Weinmarkt war ein wichtiger Handelsplatz der Stadt und hier verkauften über 100 auswärtige Händler am Markttag ihre Weine direkt vom Fuhrwagen. Dabei wurde auch die Qualität regelmäßig geprüft und wer pantschte, wurde streng bestraft. Von den Fässern wurden dann die Böden aufgeschlagen und der Wein floss in die Pegnitz. Im 16. Jahrhundert hatte der Weinmarkt eine größere Ausdehnung als heute und reichte bis in die heutige Karlstraße und Winklerstraße hinein. Dieses sogenannte Weinmarktviertel war eines von insgesamt acht reichsstädtischen Stadtvierteln. Der Weinhandel wurde ab 1528, andere Quellen sprechen von 1611, vom namensgebenden Platz auf den heutigen Maxplatz verlagert. Dort diente der 1448-48 als Sondersiechenhaus errichtete Weinstadel als Weinlager.

Wein wurde auch gerne aus Ziergläsern getrunken, deren Herstellung eng mit der Nürnberger Handwerkskunst verknüpft ist, denn die Glasveredelung hat in Nürnberg eine lange Tradition. Gläser aus Nürnberg gingen in alle Welt. Heute erinnert im Handwerkerhof die Werkstatt des Glasschleifers an dieses alte Handwerk.

Wein und Gesundheit
Wein ist das reichhaltigste unter allen Getränken: Rund 400 verschiedene Inhalts-, Duft- und Aromastoffe sind heute wissenschaftlich nachgewiesen. Seit es Wein gibt, sind die in ihm verborgenen Kräfte und seine positive Wirkung auf Geist und Körper bekannt. Für Genießer gehört Wein einfach zur Esskultur. Doch auch wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen für den gepflegten Weingenuss beim Essen: Wein aktiviert die Produktion von Speichel und Magensäften und sorgt durch bessere Durchblutung der Magenschleimhaut für eine verstärkte Funktion von Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Sämtliche Verdauungsorgane werden so auf natürliche Weise angeregt und manche Tablette wird überflüssig.

Rotweine mit ihrem hohen Anteil an Gerbstoffen tragen sogar zur Vorbeugung gegen Magen-Darm-Infektionen bei. Wie schon die alten Römer trinken deshalb auch heute noch viele Weltreisende ihr Quantum an Rotwein. „Bei einem guten Wein lacht das Herz“ - und dazu hat es allen Grund. In verschiedenen Ländern durchgeführte Langzeitstudien zeigen: Weinkonsum mindert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das gerade in den Industrienationen sehr hoch ist. Wein baut schädliches LDL-Cholesterin ab und fördert das „gute“ HDL-Cholesterin. Er senkt den Blutdruck, stabilisiert die Herzkranzgefäße und so arbeitet das Herz effektiver - es kann nämlich pro Schlag eine größere Blutmenge transportieren. Die verbesserte Durchblutung erhört die Sauerstoffzufuhr, die Infarktgefahr nimmt damit ab.

Wissenschaftlich erwiesen ist die positive Wirkung von Wein auf die Atmungsorgane. Bereits nach ein paar Schlucken wird die Atmung schneller und tiefer, die Gefäße der Lunge weiten sich. Der Effekt ist ähnlich wie bei leichter sportlicher Betätigung: Mit jedem Atemzug gelangt mehr Luft in die Bronchien und der Körper nimmt mehr Sauerstoff auf. In gewisser Weise schützt Wein auch gegen Atemwegserkrankungen, denn er verfügt über Inhaltsstoffe, die Keime und Viren abtöten. Damit ist er ein wertvolles Mittel zur Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte, das sich gerade bei älteren Menschen als sehr wirkungsvoll erweist. Dass fleißige Weintrinker nie eine Grippe bekommen, konnte bis heute jedoch nicht eindeutig bewiesen werden, obwohl mancher Winzer darauf schwört.

Die moderne Hirnforschung belegt, dass bestimmte Strukturen des Gehirns - wie das sog. Lustzentrum - eine wichtige Rolle spielen beim subjektiven Erleben von Lust oder Unlust. Messungen zum Nachweis des direkten positiven Einflusses von Wein auf die Mechanismen im Gehirn stehen noch aus, doch empirische, auf Erfahrung beruhende, Beobachtungen gibt es zuhauf. Maßvoller Weingenuss wirkt auf die Psyche zugleich beruhigend und stimulierend: Spannungen lösen sich, es stellt sich ein Zustand positiver Gelassenheit ein und das Wohlbefinden insgesamt steigt. Wein ist zudem eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für den Geist, ein Getränk von kulturschöpferischer Bedeutung, seit Jahrtausenden dafür gerühmt von den größten Dichtern und Denkern, Philosophen und Künstlern.

Viele (lange nicht alle!) der auf Erfahrung basierenden Erkenntnisse über die Wir-kung des Weins sind heute wissenschaftlich belegt - dies ist nur ein kleiner Auszug. Hauptsächlich dank der positiven Wirkung auf Herz und Kreislauf erhöht maßvoller Weingenuß (Männer bis zu 3, Frauen 1-2 Glas pro Tag) die Lebenserwartung. Bester Beweis für unser geflügeltes Wort „weingestählte Frankenbeine steigen nicht so früh ins Grab“ sind übrigens die Bewohner eines Würzburger Altenheims, die laut Satzung ihrer Stiftung täglich einen Schoppen Frankenwein kredenzt bekommen: Der Altersdurchschnitt liegt bei stolzen 87,1 Jahren!

Öffnungszeiten:
Das Weinfest hat vom 7. bis 11. September täglich von 10.00 bis 23.00 Uhr geöffnet. Für musikalische Begleitung ist ebenfalls gesorgt und an allen fünf Veranstaltungstagen werden Musiker von Gaststätte zu Gast-stätte ziehen und für Stimmung sorgen.