Jahresplakat 2012 des Spielzeugmuseums Nürnberg

Traditionell veröffentlicht das Spielzeugmuseum Nürnberg kurz vor Beginn der Spielwarenmesse sein in Sammlerkreisen äußerst beliebtes Jahresplakat.

Im Mittelpunkt stehen stets besondere historische Exponate, mit dem in künstlerisch anspruchsvoller Weise in aller Welt für die Sammlung des Hauses geworben wird. Das diesjährige Sammlerplakat des Spielzeugmuseums entführt in die bunte Welt des Zirkus. Mit der Peitsche in der Hand präsentiert sich ein mutiger Dompteur an der Seite eines mächtigen Löwen in der Manege. Die raffiniert ausgeleuchtete Szene mit rotem Samtvorhang im Hintergrund und Sägemehl am Boden weckt Erinnerungen an die magische Atmosphäre vergangener Zeiten, als atemberaubende Tierdressuren noch zu den unbestrittenen Höhepunkten jeder Zirkusvorstellung zählten.

Dompteur und Löwe stammen aus dem einst vor allem in den USA überaus beliebten „Humpty Dumpty Circus“. Unter diesem Begriff, der auf eine Figur aus „Alice im Wunderland“ und einen berühmten amerikanischen Clown gleichen Namens Bezug nahm, brachte die Spielwarenfabrik Albert Schoenhut zwischen 1903 und 1935 ein charmantes Spielzeug von hohem Spielwert heraus. Akrobaten, Tänzer, Clowns und Musiker gehörten ebenso zum Zirkuspersonal wie Esel, Pferde, Löwen, Tiger, Kamele und sogar ein Vogel Strauß. Das Besondere an diesen ansprechend modellierten, ausdrucksstark bemalten und qualitätvoll gekleideten Holzfiguren war, dass Arme, Köpfe und Beine bewegt werden konnten. Ähnlich wie bei Puppen, verliehen straffe Gummizüge und Kugelgelenke den Figuren eine große Beweglichkeit. Zum lebendigen Spiel gehörte auch, dass die menschlichen Figuren Hände mit Schlitzen besaßen, die – wie die heutigen Playmobil-Männchen – alle möglichen Utensilien aus dem reichhaltigen Zirkuszubehör „greifen“ konnten.

Der Firmengründer Albert Schoenhut (1849-1912) stammte aus einer Familie württembergischer Holzspielzeugfabrikanten. Im Alter von 17 Jahren wanderte er in die USA aus und eröffnete 1872 in Philadelphia eine Fabrik für Holzspielwaren. Seine Kinderklaviere, Baukästen, Puppen und Puppenhäuser machten Schoenhut bald bekannt, doch der kommerzielle Durchbruch kam erst mit dem Humpty Dumpty Circus.

Der Erfolg dieses System-Spielzeugs war nicht zuletzt der enormen Zirkusbegeisterung jener Jahre zu verdanken: Zwischen 1880 und 1920 erlebten die USA die goldenen Jahre der Zirkusunterhaltung. Die aufwändigen Vorstellungen der beiden großen Wanderzirkusse Ringling Brothers und Barnum & Bailey zogen damals mit ihren grandiosen Akrobaten, Clowns und Tierdressuren im ganzen Land ungezählte Besucher jeden Alters in ihren Bann. Mit den Humpty Dumpty Figuren ließen sich die spektakulären Zirkusnummern im Kinderzimmer nacherleben. In diesem Sinne ist der Humpty Dumpty Circus ein perfektes Beispiel dafür, wie der Zeitgeist im Spielzeug seinen Niederschlag findet. Mit dem Jahresplakat 2012 verbindet sich ein kleines Jubiläum: Es ist bereits das zehnte Sammlerposter, das der Nürnberger Grafikdesigner Udo Bernstein für das Spielzeugmuseum gestaltet hat. Es kann im Museumsladen für 4 Euro erworben werden.

Gegen Vorkasse ist es für 7,50 Euro auch im Postversand erhältlich.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt im Spielzeugmuseum unter Telefon 09 11 / 2 31-32 60 sowie bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der museen der stadt nürnberg unter Telefon 09 11 / 2 31-54 20.

Weitere Infos zum Spielzeugmuseum finden sie hier