Ausstellung: Reiseandenken – was vom Urlaub übrig bleibt

Flamingos in der Schneekugel, Schloss Neuschwanstein auf der Mokkatasse oder einfach Muscheln vom Strand – Souvenirs sind Dinge mit Erinnerungswert und fester Bestandteil unserer Alltagskultur.

Reiseandenken sind so vielfältig wie die Menschen, die sie erwerben. Ebenso facettenreich sind die Geschichten, die sie erzählen: Anhand persönlicher Souvenirgeschichten bietet die Ausstellung einen Einblick in die Geschichte der Reisekultur und das durch Souvenirs geprägte Bild von Tourimusregionen. Erstaunliche Einblicke in die Produktion von Reiseandenken gewähren Objekte aus dem Archiv der Firma „Walter & Prediger“ in Kaufbeuren-Neugablonz.

In der Ausstellung erzählen ausgewählte Reiseandenken von Menschen aus der Region Geschichten von Reisen, die in besonderer Erinnerung geblieben sind. Die Pilgerreise nach Santiago de Compostela als Erfüllung eines Lebenstraums, die erste Auslandsreise nach dem Krieg als Zeichen neu gewonnener Freiheit oder die abenteuerliche Reise quer durch die Sahara – die Bandbreite ist groß und macht deutlich, was Reisen und die Erinnerungen daran für jeden einzelnen bedeuten. Dabei sind die "Souvenirgeschichten" eng geknüpft an die Geschichte der Reisekultur – und diese beginnt nicht erst mit Aufkommen des Massentourismus. Schon früh verkauften sogenannte „Pettenkramer“ an Wallfahrtsorten Devotionalien als Andenken an die Pilgerreise. Und ist das Souvenir aus dem 2. Weltkrieg, das der Soldat seiner Familie im Heimaturlaub mitbrachte, auch ein Reiseandenken?



Aktuelle Souvenirs aus Augsburg mit Ansichten von Perlachturm und Rathaus. Foto Andreas Brücklmair

Die Formenvielfalt der Souvenirs ist immens: Gläser, Bierkrüge, Schneekugeln, Klickfernseher, Postkarten, Stocknägel, Anstecker, Wappen, Wimpel, Gebäudeminiaturen – die Liste an industriell gefertigten Souvenirs ließe sich endlos fortsetzen. Zwei typische „Souvenirklassiker“, Souvenirtücher und Wandbrettchen aus der umfangreichen Privatsammlung von Andreas Seim, Karlsruhe, bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung. Sie machen deutlich, dass Souvenirs oft kulturelle Stereotype wiedergeben und weniger die tatsächliche Kultur des Landes spiegeln.

Souvenirs sind Moden unterworfen. Vieles, was noch vor wenigen Jahrzehnten an jedem Kiosk zu finden war, ist heute in Vergessenheit geraten, anderes erlebt eine Renaissance. So sind goldene Hirsche, Schneekugeln und Bildbetrachter in Form von kleinen Fernsehern im Zuge der „Retro-Welle“ wieder in Mode gekommen. Die Firma „Walter & Prediger“ aus Kaufbeuren-Neugablonz produzierte insbesondere in den 1950er- und 1960er-Jahren diese Souvenirs aus Kunststoff in großen Mengen. Exklusiv für die Ausstellung öffnete sie ihr Firmenarchiv und zeigt Produktmuster, Firmenkataloge, Spritzgussformen und natürlich die Verkaufsschlager, goldene Hirsche und niedliche Rehe auf Holzsockeln.

Ein beliebtes Souvenir sind die Bildbetrachter in Form von kleinen Fernsehern. Erstmals sind die originalen Vorlagen für die Herstellung der Bilder zu sehen. Jedes Bild ist ein Unikat, entstanden durch das Abmalen von Ansichtskarten per Hand. Diese einzigartigen Objekte wurden bisher noch nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erleben Sie selbst in einem überdimensionalen Klickfernseher die Faszination dieses Souvenirklassikers.
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft.
Auf die Besucher wartet ein umfangreiches Begleitprogramm:

Begleitprogramm
Sonntags-Matinee um 11 Uhr
1. April, 20. Mai, 10. Juni, 8. Juli, 12. August

Sonn- und Feiertags-Führung um 15 Uhr
8. April (Ostersonntag), 17. Mai (Christi Himmelfahrt),
3. Juni , 2. September, 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit)

Souvenir-Spezialführung am Sonntag
22. April, 11 Uhr: „Volkstümliches – Dorf, Tracht, Klischee“ mit Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev, Kunsthistorikerin.
27. Mai, 15 Uhr: „Textile Erinnerungen an schöne Reisen – Souvenirtücher“ mit Dr. Beate Spiegel, Museumsleiterin.
24. Juni, 11 Uhr: „Bunte Andenken auf dem Nierentisch – die 50er-Jahre“ mit Xenia Brönnle M. A., wiss. Volontärin.
29. Juli, 11 Uhr: Kuratorenführung mit Dorothee Pesch M. A.
30. September, 11 Uhr: „Sehens-Würdigkeiten!“ mit Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev, Kunsthistorikerin.
7. Oktober, 11 Uhr „Krieg als Reise“ mit Dr. Elisabeth Plößl, wiss. Mitarbeiterin.

Seniorenführung am Samstag um 14.30 Uhr
21. April, 9. Juni, 29. September: „Reisen früher – wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, Führung und anschließend Austausch von Reiseerinnerungen bei Kaffee/Tee und Gebäck mit Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev.
Kosten: 5,00 EUR (bitte telefonisch anmelden).

Familienführung mit künstlerischem Gestalten am Sonntag, 14.30 – 16 Uhr
9. April (Ostermontag), 15. Juli, 26. August,16. September

Vorträge
Donnerstag, 10. Mai, 19 Uhr: Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev
„Kitsch as kitsch can – von geheimen Lüsten und Vorlieben“.
Donnerstag, 13. September, 19 Uhr: Rudolf Götz, M. A.
„Die Konstitution des Allgäus als Tourismusregion“.
Donnerstag, 11. Oktober, 19 Uhr: Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev
„Anna Stainer-Knittel – Souvenirmalerin und Vorbild für die Geierwally“.

Führung für Gruppen auf Anfrage
Dauer: 60 Minuten, Kosten: 30,00 EUR (max. 20 TN), zzgl. Eintritt.

Ferien-Werkstatt für Kinder
Kreatives Museum erleben!
Führung und künstlerisches Gestalten in der Werkstatt.
Ostern: Mittwoch, 4. April, 10 – 13 Uhr: „Kleine Dinge, große Erinnerungen“ (7-10 Jahre), Gestalten von Postkarten, Kühlschrankmagneten und anderen Dingen.
Ostern: Mittwoch, 4. April, 14.30 – 16.30 Uhr: „Mit Reisetagebüchern unterwegs“ (9-13 Jahre), künstlerische Buch- und Papiergestaltung.
Pfingsten: Mittwoch, 6. Juni 10 – 15 Uhr: „Die Welt einsammeln“ (8-12 Jahre), Gestalten durch Sammeln und Archivieren von Naturmaterialien und Fundstücken (mit Brotzeitpause).
Sommer: Mittwoch, 5. September. bis Freitag, 7. September, 10 – 12.30 Uhr: „Fotografisch die Welt entdecken“ (8-13 Jahre), Fotografien, Reisetagebücher, Postkartenmotive etc. mit der eigenen Kamera (bitte mitbringen!) entdecken.
Kosten: auf Anfrage (bitte telefonisch anmelden).

Schulkassen-Führung mit kreativem Gestalten in der Museums-Werkstatt
Rundgänge und Gestaltungsangebote (z. B. Objektkasten, Schneekugel, Foto-Reisetagebuch) in Absprache nach Fach und Jahrgangsstufe.
Dauer: 90 – 120 Minuten, Kosten: 3,00 bis 4,50 EUR (inkl. Eintritt und Material).


Öffnungszeiten:
Di – So von 10-17 Uhr, Feiertage geöffnet.
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.

Anschrift:
Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Telefon: (0 82 38) 30 01-12
Fax: (0 82 38) 30 01-10
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de