Gretel Loher-Schmeck – Künstlerin in schweren Zeiten

Die Ausstellung „Gretel Loher-Schmeck – Künstlerin in schweren Zeiten“ in der Schwäbischen Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld gliedert sich in drei Teile:

Im Erdgeschoss sind Ölgemälde und Lithografien aus den 1930er-Jahren zu sehen, im Stil des expressiven Realismus. Sie zeigen vor allem Landschaften. Die 1907 in Augsburg geborene Künstlerin schuf diese Bilder in der Zeit ihrer Ausbildung bei Karl Caspar an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Gretel Loher-Schmecks Menschenbilder aus den 1940er- und frühen 1950er-Jahren – ihre letzten Ölbilder – korrespondieren sehr eng mit den Gemälden ihres Mannes Joseph Loher. Eine kleine Auswahl von Bildern beider Künstler macht dies deutlich.

Ein letzter Schwerpunkt der Ausstellung ist den Reisebildern des Künstlerpaares gewidmet: Zu sehen sind Kreidezeichnungen von Gretel Loher-Schmeck, die sie von ihren Reisen nach Rom aus den 1960er-Jahren mitbrachte. Daneben stehen Gemälde, die ihr Mann teils nach diesen – auf wesentliche Charakteristika konzentrierten – Zeichnungen geschaffen hat.

Gretel Loher-Schmeck wurde am 6.12.1907 in Augsburg geboren. Sie war von 1933 bis1938 Mitglied im Augsburger Kunstverein. Von 1928 bis 1937 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München, zunächst bei Prof. Adolf Schinnerer, ab 1934 bei Karl Caspar. Der schon seit 1932 von den Nationalsozialisten diffamierte Professor wurde 1937 zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Aus Solidarität mit ihm verließen Gretel Schmeck und Joseph Loher zusammen mit einigen weiteren Studenten die Münchner Kunstakademie.


Bild: Im Gebirge, Öl auf Leinwand (1935). Archiv Haus Loher


1940 zog sich das nun verheiratete Paar mit Sohn Martin aufs Land zurück: nach Frotzhofen bei Anzing (Lkr. Ebersberg). Dort erwarben und sanierten sie ein 200 Jahre altes Bauernhaus mit einem riesigen Garten und wurden zu Selbstversorgern.

Nach dem Krieg stellten beide wieder in München aus, 1948 wurden sie Mitglieder der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft und nahmen von nun an bis ins hohe Alter an der jährlichen Großen Kunstausstellung München im Haus der Kunst teil. Am 6.12.2002 starb Joseph Loher in München, seine Frau folgte ihm ein knappes Jahr später, sie starb am 17.9.2003 in Ebersberg.


Dauer:
22. Juli bis 16. September

Begleitprogramm:
Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M. A.:
29. Juli, 12. August, 9. September, jeweils 15 Uhr.

Familienführung „Kunstbegegnung mit kreativem Gestalten“ mit Museumspädagogin Oda Bauersachs:
19. August, 14.30–16.00 Uhr


Öffnungszeiten:
Di – So von 10-17 Uhr, Feiertage geöffnet.
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.

Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Telefon: (0 82 38) 30 01-12
Fax: (0 82 38) 30 01-10
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de/