Was das Wohnen in den einzelnen Regionen Bayerns kostet

Bayern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur zu einem sehr beliebten Urlaubsziel entwickelt.

Auch als Wahlheimat erfreut sich Bayern einer großen Beliebtheit, zunehmend mehr Personen treffen die Entscheidung, sich im Freistaat niederzulassen. Hierfür zeigt sich in erster Linie die wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich. Innerhalb der letzten drei Jahrzehnte hat sich die bayerische Wirtschaft stark verändert. Aus dem einst sehr landwirtschaftlich geprägten Bundesland ist ein führender Industrie- und Technologiestandort geworden.

Diese Entwicklung ist am bayerischen Wohnungsmarkt nicht spurlos vorbei gegangen. In früheren Zeiten waren keine derart ausgeprägten Unterschiede bei den Mietkosten wie auch den Kaufpreisen für Immobilien festzustellen. Gerade in den vergangenen zehn Jahren haben sich die einzelnen Märkte sehr unterschiedlich entwickelt. Vor allem zwischen Stadt und Land sind die Preise auseinander gedriftet.

Im Allgemeinen gilt, dass die Miet- und Kaufpreise so gut wie überall im Freistaat angezogen haben. Dies hat in erster Linie mit der Inflation zu tun, liegt aber auch an der Bedeutung, dass Bayern ein bedeutender Wirtschaftsstandort geworden ist. Die einzelnen Regionen haben sich jedoch unterschiedlich entwickelt, auffällig ist vor allem der Süden, der wirtschaftlich stark zulegen konnte.

Der Süden Bayerns kann auf eine stärkere Wirtschaft blicken, was sich am Wohnungsmarkt deutlich bemerkbar macht. Im Norden wohnt es sich preiswerter als im Süden. Wer im Norden Bayerns zur Miete wohnt, braucht nicht besonders tief in die Tasche zu greifen. In Kulmbach liegt der durchschnittliche Mietpreis für den Quadratmeter bei etwa 5 – 7 Euro. Wer nach Coburg ziehen möchte, sollte mit etwa 5,50 - 7,50 Euro rechnen. Im Süden zeichnet sich ein vollkommen anderes Bild ab. In Rosenheim schlägt der Quadratmeter mit einer monatlichen Miete von rund 8 – 11 Euro zu Buche. Will man sich in Starnberg niederlassen, gilt es sogar zwischen 11 – 12 Euro zu berappen.

Wirtschaftlich sehr bedeutsame Städte im Norden des Freistaats sind Erlangen und Bamberg. Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wohnt es sich in beiden Städten vergleichsweise preiswert: Mieter zahlen in Bamberg rund 8 – 9 Euro für den Quadratmeter, in Erlangen werden durchschnittlich 9 – 10 Euro fällig. Damit sind beide Städte günstiger als Rosenheim und Starnberg.

Eine Sonderrolle am bayerischen Wohnungsmarkt nimmt München ein. Es ist kein Geheimnis, dass es eines guten Einkommens bedarf, wenn man inmitten der bayerischen Landeshauptstadt wohnen möchte. Die Isar-Metropole gilt als teuerste Stadt Deutschlands, in keiner anderen Großstadt müssen Mieter und Käufer noch tiefer in die Tasche greifen. Grund ist die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt, ihr Arbeitsmarkt bietet zahlreichen Personen große Chancen. Infolge besteht eine große Nachfrage, welche die Preise in die Höhe treibt. In den vergangenen Jahren haben sowohl die Mietpreise als auch die Kaufpreise ordentlich zugelegt. Mieter müssen im Durchschnitt 14 – 17 Euro für den Quadratmeter bezahlen. Wer Wohneigentum erwerben möchte, zahlt im Durchschnitt mehr als 5.000 Euro für den Quadratmeter. Online Portale ermöglichen hierfür eine schnelle Suche und transparente. Ein Blick zu Immobilienscout24.de und es wird deutlich, dass eine vergleichsweise kleine 60-Quadratmter Wohnung in München bereits mit Kosten von mehr als 300.000 Euro zu Buche schlägt.

Angesichts dieser hohen Preise ist München nicht mehr für jedermann bezahlbar. Mieter müssen einen stattlichen Teil ihres Einkommens für die Wohnkosten aufwenden. Möchte man Wohneigentum erwerben, bedarf es großer Ersparnisse oder eines sehr guten Einkommens. Angehörige der Mittelschicht sehen sich deshalb immer häufiger dazu gezwungen, Wohneigentum in den Außenbereichen zu erwerben – zentral gelegene Immobilien sind zu teuer geworden. Doch auch in den Außenbereichen ist München alles andere als preiswert. Wegen der hohen Nachfrage haben die Preise auch dort spürbar angezogen.

Die hohen Preise für Immobilien in München sind letztlich auch der Grund, weshalb das Wohnen in Städten wie Starnberg, Rosenheim oder auch Bad Tölz ebenfalls so kostspielig ist. Diese Städte profitieren von der wirtschaftlichen Stärke der Landeshauptstadt. Zumal es etliche Besserverdiener mittlerweile vorziehen, gar nicht mehr im Herzen der Metropole, sondern lieber außerhalb zu wohnen. Infolge haben die Preise im so genannten Speckgürtel von München stark angezogen.