Trachten: traditionell und modern

Früher war die Tracht ein alltägliches Kleidungsstück. Heute hingegen wird sie nur noch zu besonderen Anlässen aus dem Schrank geholt. Dabei nehmen nicht nur die Gelegenheiten zu, an denen man sich

Regional unterschiedliche Trachten haben Tradition

Bis zum 20. Jahrhundert verstand man unter dem Begriff Tracht eine allgemeine Bezeichnung für jedes getragene Kleidungsstück mit der dazugehörigen Aufmachung wie der Haartracht, Barttracht etc. Gleichzeitig galten je nach Familienstand, Konfession, sozialem Status oder Berufsgruppe unterschiedliche Kleidervorschriften. Diese regional differenten Trachtenlandschaften entwickelten sich bereits im 19. Jahrhundert. Die verschiedenen Stile, die mit der Aufhebung der obrigkeitlichen Kleiderordnungen weite Verbreitung fanden, entwickelten sich aus denen in der jeweiligen Region verfügbaren Materialien wie Leinen, Wolle oder Leder.




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Heutige Trachten vereinen Tradition und Moderne

Einfluss auf die Entwicklung der modernen Trachtenkultur nahmen zum Beispiel der Tourismus, der Handel, die Saisonarbeit und die Nähe einer Region zu größeren Städten. Mit der bäuerlichen Alltagskleidung von damals hat die heutige Tracht nicht mehr viel zu tun. Deswegen kann man drei Trachtenformen unterscheiden:


  • Historische Tracht Diese ist ein Ensemble aus Kleidung, Schmuck, Frisur und Accessoires, das zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Gegend tatsächlich als Alltags- oder gewöhnliche Sonntagskleidung getragen wurde.


  • Die Gebirgstracht Kleidung der Trachtenvereine, die sich im späten 19. und frühen 20. Jh. gründeten. Sie basiert nur teilweise auf einer historisch nachweisbaren Tracht. Aufgrund der jeweiligen Vereinsvorschriften entsteht eine gewisse Uniformierung, bei der die historische Realität zum Teil ästhetischen und/oder praktischen Gesichtspunkten untergeordnet wird.


  • Moderne Tracht Ein Ensemble, das Elemente historischer Kleidung aufgreift, der aktuellen Mode anpasst (Rocklängen) und Elemente weglässt, die allzu unbequem (z.B. steifes Mieder) oder nach heutigen Gesichtspunkten ungewöhnlich (Hauben) sind.

Möchte man sich eine moderne Tracht zulegen, sollte man sowohl als Mann als auch als Frau in ein maßgeschneidertes Ensemble investieren. Das kostet zwar etwas mehr, bringt aber die eigenen Vorzüge am besten zur Geltung und hält in der Regel ewig. Die Herren bekommen zum Beispiel schöne Trachtenhemden bei http://www.youtailor.de/trachtenhemd. Die Damen sollten sich bei modernen Drindldesigner umschauen. Dabei dürfen für eine originalgetreue Tracht bestimmte Elemente nicht fehlen: Bereits im 19. Jahrhundert gehörte zu jeder Damentracht ein sogenannter „Leibkittel“, auch „Dirndl“ genannt, und eine Schürze. Bei den Männer gehört zu jeder Tracht einer hirsch- oder gamslederne kurze bis knielange Hose, eine Laodenjacke und das dazu passenden Einstecktuch.