Verlängerung der „Steinklang“-Aufführungen im Römischen Museum Augsburg

Bis einschließlich Mittwoch, 30. September, wird Wolfgang Lackerschmids Komposition „Steinklang einer 2000-jährigen Stadt“ aufgeführt.

Perkussionisten des Leopold-Mozart-Zentrums tragen das 20-minütige Stück täglich 16 Uhr, außer montags, im Römischen Museum Augsburg vor.

Wolfgang Lackerschmid ist international als Jazzmusiker bekannt. In den 1980er Jahren hat er u.a. mit Chet Baker gearbeitet. Der Vibrafonist, Marimba-Spieler und Schlaginstrumentalist ist aufgrund seiner klassischen Ausbildung vielseitig tätig: Sein 20-minütiges Stück „Steinklang einer 2000-jährigen Stadt“ hat der 53-Jährige für Instrumente aus dem archaischen Material komponiert. Was vom Klang und Aussehen an ein Xylofon erinnert, ist aus Stein – poliert, aber an den Kanten durchaus natur-belassen: das neu entwickelte Gramorimba. Wenn (Kirsch)Holz als Resonanzkörper hinzukommt und ein Profi die Klöppel führt, kann dem übergroßen Vibrafon mit Stein-platten Musik entlockt werden. Der Steingong hat einen Durchmesser von 1,25 Meter. Je nach Schlägeltyp und Anschlagposition können mit der Lochscheibe verschiedene Obertonspektren erzeugt werden. Die Steinharfe ist ein massiver, segelförmiger Steinblock, in den Rillen eingefräst sind. Die länglichen Klangstäbe werden mit Schlegeln oder Klöppeln angeschlagen oder mit angefeuchteten Händen gerieben – dann funktioniert die Steinharfe ähnlich wie eine Glasharfe. Die Musikinstrumente der Kurzkonzerte im Römischen Museum Augsburg stammen aus der Werkstatt Rudolf Fritsches aus Wattwil in der Schweiz. Die Musik darauf erzeugen Studierende des Leopold-Mozart-Zentrums – Zentrum für Musik und Musikpädagogik der Universität Augsburg.

Wolfgang Lackerschmid setzt sich in der Komposition „Steinklang einer 2000-jährigen Stadt“ mit dem Material Stein sowohl als Instrument wie auch als Teil der Akustik und Raumwirkung des Aufführungsorts auseinander: die ehemalige Dominikanerkirche
St. Magdalena. Im dort ansässigen Römischen Museum Augsburg sind römische Steindenkmäler ausgestellt, aber auch Keramik, Glas, Münzen, Waffen und der vergoldete Bronzepferdekopf eines Reiterstandbilds. An diesem Ort möchte das Stück „Steinklang“ die 2000-jährige Geschichte Augsburgs – musikalisch abstrahiert – „in Stein hauen“ und auf diese Weise eine „akustische Visitenkarte“ Augsburgs sein. Musikalisch ist Wolfgang Lackerschmid vielfach mit Augsburg verbunden: Im Auftrag der Stadt vertonte der gebürtige Tegernseer zuletzt 2008 die „Bäsle Briefe“. 2005 entstand in Gemeinschaftsproduktion ein Friedensoratorium aus Anlass „450 Jahre Augsburger Religionsfrieden“. In den 1990er Jahren entstanden „Brunnenmusiken“ und Theatermusiken vom „Schneewittchen“-Ballett (1988) bis zum „Faust“ (2003). Der Künstler schreibt und produziert gleichermaßen für die Augsburger Puppenkiste.

Die 20-minütige Komposition „Steinklang einer 2000-jährigen Stadt“ ist täglich 16 Uhr, außer montags, bis einschließlich Mittwoch, 30. September, zu hören. Der Eintritt beträgt 5 Euro pro Person. Karten gibt es vor Ort im Römischen Museum. Wer am Stadtrundgang „Auf den Spuren der reichen Fugger“ der Regio Augsburg Tourismus GmbH teilnimmt, kann das Konzert ohne Extrakosten besuchen. Der zweistündige Stadtrundgang inklusive Besichtigung der Fuggerei kostet 7 Euro
(5 Euro ermäßigt) und startet jeweils 14 Uhr ab der Tourist-Info am Rathausplatz.