Wo die Fugger auf die Mozarts treffen

Im Augsburger Mozarthaus wurde 1719 Leopold Mozart – der Vater und Entdecker, Erzieher und Musiklehrer Wolfgang Amadé Mozarts – geboren. Das dortige Museum wurde 2006 anlässlich des 250. Geburtstags von Wolfgang Amadé neu gestaltet.

Das Jubiläumsjahr „550 Jahre Jakob Fugger“ sorgt nun dafür, dass ein bislang fehlendes Kapitel in der Historie der Mozarts den Weg ins Mozarthaus fand: Eine neue Station mit dreisprachigem Hörbild beleuchtet die über sechs Generationen andauernden Verbindungen zwischen dem Haus Fugger und der Familie Mozart.



Fast zwei Jahrhunderte lang kreuzten sich bei und in Augsburg die Wege der Fugger und der Mozarts. David Mozart d. Ä. wurde in Leitershofen geboren, das zur Fuggerherrschaft Wellenburg gehörte. 1643 wanderte dessen Sohn, David Mozart d. J., in die Freie Reichsstadt Augsburg ein. Der erste Augs-burger Mozart arbeitete mehrfach in der Fuggerei und auch sein Sohn Hans Georg wurde von den Fuggern mit Arbeiten am deren Schloss Wellenburg und an den Augsburger Fuggerhäusern beauftragt. In der Fuggerei erinnert eine Gedenktafel daran, dass ein zweiter Sohn David Mozarts – der Maurermeister Franz Mozart – seit 1681 in der Armensiedlung wohnte, wo er 1694 starb. Und Leopold Mozart erhielt schließlich seine Schulausbildung im Jesuitenkolleg, das die Fugger 1579 gestiftet hatten. Indirekt sind die Fugger also sogar daran beteiligt, dass Leopold jene Bildung erhielt, die er später als Erzieher und Musiklehrer an seinen genialen Sohn weitergab. Auch Wolfgang Amadé hatte mit den Fuggern zu tun. Am 6. November 1766 lud Graf Fugger, Herr auf Schloss Markt bei Augsburg, den zehnjährigen „Wolferl“ zum Orgelwettstreit in die Kirche von Biberbach ein. Der Vergleich mit einem zwölfjährigen Wunderkind aus dem Fugger’schen Dorf Kettershausen endete angeblich „remis“. 1777 kam Wolfgang Amadé Mozart erneut nach Augsburg. In St. Ulrich und Afra spielt er am 18. Oktober auf der dortigen Fuggerorgel. Vier Tage später gab Wolfgang Amadé in den Fuggerhäusern ein legendäres Konzert.

Ein Hörbild in deutscher, englischer und italienischer Sprache bringt Besuchern des Augsburger Mozart-hauses ab sofort diese Bezüge nahe. In der Vitrine ist das Replikat des Gedenksteins für Franz Mozart in der Fuggerei zu sehen. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Weitere Infos www.augsburg-tourismus.de und www.fugger.de.