Mordaualm zu Fuß: Vom Taubensee zur Einkehr im Lattengebirge

Eine Almwanderung braucht keinen Gipfel als Ziel. Im Lattengebirge kann bereits die Einkehr den Mittelpunkt eines Tagesausflugs bilden. Vom Taubensee aus führt ein Weg zur Mordaualm; wer mehr Zeit und Kondition mitbringt, kann den Besuch in eine längere Runde über weitere Almen einbauen. Für die Planung ist diese Unterscheidung wichtig: Strecke, Gehzeit und Höhenmeter einer Rundtour beschreiben nicht den Weg zur Einkehr allein.

Eine Alm im Lattengebirge als Ziel des Tagesausflugs

Die Mordaualm liegt auf rund 1.200 Metern im Lattengebirge der Berchtesgadener Alpen, in der Gegend von Ramsau bei Berchtesgaden. Als Ausgangspunkt für den Fußweg nennt die Alm den Parkplatz Taubensee. Damit lässt sich der Ausflug auf ein konkretes Ziel ausrichten: hinaufwandern, auf der Alm rasten und anschließend den Rückweg antreten. Wer die Region zunächst breiter erkunden möchte, findet unter den Ausflugszielen in Oberbayern weitere Anregungen für Tage zwischen Bergen, Seen und Ortschaften.

Zur Einkehr gehört der Gschoßkaser auf der Mordaualm. Dort werden unter anderem Bio-Käse aus Almmilch und bayerische Brotzeiten mit selbst hergestellten Speck- und Wurstwaren angeboten. Die Rast ist deshalb mehr als ein beliebiger Zwischenstopp: Sie gibt der Wanderung ein nachvollziehbares Ziel und Raum, die Landschaft abseits des Gehens wahrzunehmen. Wer vor allem einen Almbesuch plant, muss daraus keine Runde über mehrere Stationen machen. Umgekehrt lässt sich die Einkehr auch als Teil eines längeren Wandertages einordnen.

Vom Taubensee aus loswandern: Ausgangspunkt und Wegcharakter

Der Parkplatz Taubensee dient in veröffentlichten Tourenbeschreibungen als Startpunkt; eine Tourenbeschreibung von KOMPASS verortet ihn an der Deutschen Alpenstraße, der B305. Von dort orientieren sich Wandernde zunächst an der Beschilderung Richtung Mordaualm. Die beschriebene Route steigt anfangs auf einer befestigten Zufahrt und anschließend auf einem Kiesweg an. Auf dem Weg zur Alm wechseln sich offeneres Gelände und lichte Waldstücke ab. Das macht den Zustieg landschaftlich abwechslungsreich, auch wenn das Ziel selbst und nicht ein Gipfel im Mittelpunkt steht.

Bei Angaben zum Wegcharakter lohnt der Blick auf den jeweiligen Routenabschnitt. Die in der Tourenbeschreibung erwähnten schmaleren, steinigen und stellenweise mit Stufen versehenen Steige gehören zur Fortsetzung der längeren Runde nach der Alm. Sie sollten nicht pauschal dem unmittelbaren Weg vom Taubensee zum Gschoßkaser zugeschrieben werden. Ebenso wenig bedeutet ein überwiegend breiterer Zustieg, dass sich ein Bergweg unter allen Bedingungen gleich anfühlt. Nässe, Temperatur und die eigene Trittsicherheit verändern die Anforderungen. Für die Orientierung vor Ort sind die aktuelle Beschilderung und eine passende Wanderkarte sinnvoller als die bloße Erinnerung an eine Streckenbeschreibung.

Wandern ist zu jeder Jahreszeit ein tolles Erlebnis

Wandern ist zu jeder Jahreszeit ein tolles Erlebnis
(© encierro – Shutterstock.com)

Direkter Almweg oder Runde über weitere Almen?

Für die Entscheidung zwischen beiden Varianten ist zunächst der Umfang des Ausflugs maßgeblich. Beim direkten Almweg ist die Einkehr das Ziel; danach geht es auf dem gewählten Weg zurück zum Ausgangspunkt. Diese Planung lässt Raum für eine längere Rast und ist übersichtlicher als eine Runde mit mehreren Wegabschnitten. Eine verlässliche Gehzeit für diesen Hin- und Rückweg ergibt sich allerdings nicht aus den Kennzahlen der veröffentlichten Rundtour. Wer seinen Tag einteilt, sollte daher die konkrete Route auf einer aktuellen Karte betrachten und einen persönlichen Zeitpuffer einplanen.

Die beschriebene Runde über Mordaualm und Moosenalm führt nach der ersten Einkehr weiter über den Bereich der Lattenbergalm und schließlich zurück zum Taubensee. Für diese vollständige Rundtour werden rund elf Kilometer, etwa dreieinhalb Stunden Gehzeit sowie jeweils 695 Höhenmeter im Auf- und Abstieg angegeben. Die Werte beziehen sich auf die gesamte Strecke einschließlich der zusätzlichen An- und Abstiege. Sie sind weder eine Entfernungsangabe noch ein Zeitversprechen für den Weg allein zur Alm.

Die Runde bietet mehr wechselnde Wegabschnitte und Ausblicke, verlangt aber auch ein größeres Zeit- und Energiebudget. Ihre angegebene Gehzeit ersetzt zudem keine Pausenplanung: Wer fotografiert, an mehreren Stellen verweilt oder auf der Alm in Ruhe einkehrt, ist insgesamt länger unterwegs. Die passende Wahl hängt deshalb weniger davon ab, möglichst viele Stationen zu erreichen, als von Kondition, verfügbarer Tageszeit und Freude an unterschiedlich beschaffenem Gelände.

Einkehr und Bergblick als Teil der Tour

Auf der Alm lässt sich der Wandertag bewusst unterbrechen. Zum Angebot am Gschoßkaser gehören Bio-Käse aus Almmilch, Brotzeiten sowie selbst hergestellte Speck- und Wurstwaren. Für Wandernde ist das eine Gelegenheit, die Einkehr als festen Teil der Tour einzuplanen, statt sie erst am Ende eines eng getakteten Programms unterzubringen. Gerade bei einer längeren Runde ist eine Rast vor dem nächsten Anstieg sinnvoll: Nach den Gebäuden der Alm setzt sich die beschriebene Strecke auf einem schmaleren Steig fort.

Bei klarer Sicht reicht der Blick von der Mordaualm unter anderem zum Hochkalter, zum Blaueisgletscher und zum Watzmann. Diese Aussicht ist ein guter Grund, nicht allein auf die zurückgelegten Kilometer zu schauen. Ob die Gipfel tatsächlich zu erkennen sind, hängt vom Wetter ab; auch die Wirkung der Landschaft verändert sich mit Wolken und Licht. Wer den Ausflug vor allem wegen der Einkehr unternimmt, sollte vor der Anfahrt die aktuellen Besucherinformationen des Betriebs prüfen. Für eine gelungene Tour ist außerdem hilfreich, die Rast zeitlich flexibel zu halten: Ein früherer oder späterer Aufbruch kann je nach Wetterentwicklung wichtiger sein als ein fester Ablaufplan.

Vorbereitung für einen Ausflug im Berggelände

Auch ohne Gipfelziel bleibt die Wanderung ein Ausflug ins Berggelände. Geeignetes Schuhwerk mit griffiger Sohle hilft auf Kies und bei wechselndem Untergrund; wetterangepasste Kleidung gehört ebenfalls in die Planung. Eine zusätzliche Schicht kann während einer längeren Pause angenehm sein, selbst wenn der Aufstieg bei milden Temperaturen beginnt. Ausreichend Trinkwasser sollte unabhängig von der geplanten Einkehr dabei sein. Wer die größere Runde erwägt, berücksichtigt zusätzlich, dass nach der ersten Alm weitere An- und Abstiege folgen.

Vor dem Start empfiehlt sich ein Blick auf Wettervorhersage, Tageslicht und aktuelle Hinweise zur gewählten Strecke. Gerade im Gebirge können Regen, Kälte oder schlechte Sicht aus einem einfachen Plan einen anspruchsvolleren Tag machen. Unterwegs hilft es, an Wegkreuzungen die Markierungen mit der vorgesehenen Route abzugleichen, statt allein der Richtung zur nächsten Alm zu folgen. Eine heruntergeladene Karte kann die Orientierung ergänzen, falls unterwegs kein Mobilfunkempfang verfügbar ist. Pausen, Fotostopps und der Rückweg gehören von Anfang an ins Zeitbudget.

Die Wahl zwischen Zielweg und Rundtour lässt sich auch unterwegs noch an der eigenen Verfassung messen. Wer bereits am ersten Etappenziel merkt, dass Kraft oder Zeit knapper werden, muss die Wanderung nicht um weitere Almen verlängern. Eine Einkehr mit anschließendem Rückweg ist ein vollständiger Ausflug. Stimmen dagegen Wetter, Kondition und Zeitreserve, eröffnet die Runde zusätzliche Eindrücke vom Lattengebirge. Entscheidend ist, den geplanten Weg als Ganzes im Blick zu behalten – einschließlich des Abschnitts nach der Rast.

Kommentar hinterlassen