Farbenfrohes Oberbayern – Städte mit malerischen Altstadtfassaden

In vielen oberbayerischen Altstädten sind die Fassaden besonders Farbenfroh.
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Weilheim – Perle mit historischem Charme
Weilheim in Oberbayern verzaubert Besucher mit seiner liebevoll erhaltenen Altstadt. Die bunten Bürgerhäuser am Marienplatz erzählen Geschichten aus mehreren Jahrhunderten. Pastellfarbene Fassaden in Gelb, Rosa und Mintgrün prägen das Stadtbild.
Besonders beeindruckend sind die kunstvollen Lüftlmalereien an den Giebeln. Diese traditionellen Wandbilder zeigen religiöse Motive und Alltagsszenen. Die historischen Gebäude werden regelmäßig von einem professionellen Maler in Weilheim restauriert, um ihren ursprünglichen Glanz zu bewahren.
Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt thront majestätisch über dem Ensemble. Ihre weiße Fassade bildet einen harmonischen Kontrast zu den farbenfrohen Häuserzeilen. Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen offenbart immer wieder neue Perspektiven auf diese architektonischen Schmuckstücke. Am Marienplatz rahmen Laubengänge und kleine Brunnen die Szenerie, wodurch die Farben noch stärker wirken. Auch abseits des Zentrums finden sich behutsam sanierte Handwerkerhäuser, deren Farbtöne aufeinander abgestimmt sind und ein stimmiges Gesamtbild erzeugen.
Murnau – Künstlerisches Kleinod am Staffelsee
Murnau am Staffelsee begeistert mit seinem malerischen Ortskern. Die Fassaden der Häuser leuchten in warmen Erdtönen und kräftigen Blautönen. Hier lebten einst Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, die sich von den Farben der Stadt inspirieren ließen.
Das Münter-Haus mit seinen blauen Fensterläden ist heute ein Museum. Die Obermarktstraße präsentiert sich als bunte Parade historischer Kaufmannshäuser. Jedes Gebäude trägt seine eigene Farbidentität – von Ockergelb über Terrakotta bis zu sanftem Grün.
Die Untermarktstraße führt direkt zum See hinunter. Hier reihen sich pastellfarbene Häuser mit geschnitzten Balkonen aneinander. Die sorgfältige Pflege dieser Fassaden durch lokale Handwerker erhält den authentischen Charakter. Cafés und kleine Läden laden zum Verweilen ein, während man die farbenfrohe Kulisse genießt. Die klare Lichtstimmung am Staffelsee verstärkt den Kontrast der Töne und lässt die Oberflächen je nach Wetter lebendig wechseln.
Bad Tölz – Isar-Juwel mit italienischem Flair
Bad Tölz überrascht mit seiner prächtigen Marktstraße. Die geschwungenen Giebel der Häuser erinnern an italienische Architektur. Kräftige Farben dominieren das Straßenbild – von leuchtendem Rot über sonniges Gelb bis zu tiefem Blau.
Die barocken Fassaden zeigen aufwendige Stuckarbeiten und Fresken. Viele Gebäude gehen auf die Barockzeit zurück und wurden nach Bränden im typischen Inn-Salzach-Stil wiederaufgebaut. Die breite Marktstraße diente früher als Handelsweg und ist heute Fußgängerzone.
Besonders sehenswert sind die Lüftlmalereien am Winzererhaus und am Marienstift. Diese kunstvollen Wandbilder erzählen biblische Geschichten und zeigen Handwerksszenen. Die historische Bausubstanz wird kontinuierlich gepflegt, um den mediterranen Charme zu erhalten. Bei Sonnenschein erstrahlen die Fassaden in ihrer ganzen Pracht und verleihen der Stadt eine südländische Atmosphäre. Arkaden, Erker und horizontale Gliederungen betonen die Tiefe der Häuserzeilen und strukturieren die lange Sichtachse der Straße.
Mittenwald – Geigenbauerdorf mit bemalten Häusern
Mittenwald fasziniert mit seinen kunstvoll bemalten Häuserfassaden. Das Geigenbauerdorf an der Grenze zu Tirol ist berühmt für seine Lüftlmalerei. Fast jedes Haus trägt großflächige Wandbilder, die religiöse Motive oder Handwerksszenen zeigen.
Die Obermarktstraße gleicht einer Freiluftgalerie. Hier reihen sich prächtig verzierte Bürgerhäuser aneinander. Die Fassaden erzählen von der reichen Geschichte des Ortes als Handelszentrum. Besonders eindrucksvoll ist das Pilgerhaus mit seiner detailreichen Bemalung.
Die Tradition der Lüftlmalerei reicht bis in die Zeit des Barock zurück. Lokale Künstler schufen diese Meisterwerke, die heute sorgfältig erhalten werden. Die Kombination aus bunten Malereien und den schneebedeckten Gipfeln des Karwendelgebirges im Hintergrund schafft eine einzigartige Atmosphäre. Besucher können stundenlang durch die Gassen wandeln und immer neue Details an den Hauswänden entdecken. Werkstätten und Ateliers halten das Wissen um Pigmente, Putztechniken und Bildprogramme lebendig und prägen das Ortsbild bis heute.
Garmisch-Partenkirchen – Alpiner Charme trifft Farbenpracht
Garmisch-Partenkirchen vereint die historischen Ortskerne Garmisch und Partenkirchen mit unterschiedlichem Charakter. In Partenkirchen dominieren die traditionellen Lüftlmalereien die Ludwigstraße. Die bunten Wandbilder zeigen Heiligendarstellungen und alpine Szenen in leuchtenden Farben.

Die Altstadt von Garmisch-Partenkirchen
(© FooTToo – Shutterstock.com)
Garmisch präsentiert sich moderner, bewahrt aber ebenfalls historische Fassaden. Am Mohrenplatz und in der Frühlingsstraße finden sich pastellfarbene Häuser mit kunstvollen Erkern. Die Zugspitzstraße verbindet beide Ortsteile und bietet eine bunte Mischung aus Geschäften in historischen Gebäuden.
Die Fassadengestaltung spiegelt die lange Tradition als Kurort wider. Prächtige Villen aus der Gründerzeit ergänzen die älteren Bürgerhäuser. Die sorgfältige Restaurierung erhält den authentischen Charakter beider Ortsteile. Vor der imposanten Kulisse der Zugspitze wirken die farbenfrohen Häuserzeilen besonders malerisch. Pflastergassen, geschnitzte Balkone und verzierte Fensterfaschen setzen feine Akzente und führen den Blick zu den Bergen.

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