Unser Crashkurs zum Thema Lederhosen

Die aus Leder gefertigte Trachtenhose gilt gerade im Ausland als eine Art Synonym für typisch deutsche Kleidung. Hervorgeholt wird sie leider fast ausschließlich zu (Volks-)Festen und im Trachtenverein, obwohl man sie in vielen Regionen Bayerns auch in den Fußgängerzonen wieder häufiger sieht. In Süddeutschland haben auch gerade die jüngeren Männer durchweg ein solches Modell für den Fall der Fälle im Schrank hängen. Was man beim Kauf und der Anwendung berücksichtigen sollte, verraten wir hier.

© istock.com/ sebastian-julian

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Wissenswertes über bayerische Lederhosen

Die bayerische Lederhose ist ein traditionelles Kleidungsstück, das eng mit der Kultur und Geschichte Bayerns verbunden ist. Ursprünglich wurden Lederhosen von Bauern und Handwerkern getragen, da das robuste Leder ideal für harte körperliche Arbeit war. Heute sind sie vor allem bei Festen wie dem Oktoberfest beliebt und gelten als Symbol bayerischer Identität.

Lederhosen bestehen meist aus Hirsch- oder Rindsleder und zeichnen sich durch ihre Strapazierfähigkeit aus. Typisch sind die aufwendig bestickten Hosenträger sowie die kurzen oder knielangen Schnitte. Es gibt verschiedene Varianten, darunter die Kniebundlederhose und die kurze Lederhose.

Neben ihrem praktischen Nutzen haben Lederhosen auch eine soziale Bedeutung: Sie zeigen oft den regionalen Ursprung des Trägers und können sogar den gesellschaftlichen Stand symbolisieren. Moderne Interpretationen verbinden Tradition mit zeitgemäßem Design, sodass die Lederhose heute sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen getragen wird.

Insgesamt verkörpert die bayerische Lederhose nicht nur einen modischen Stil, sondern auch ein Stück lebendige Kulturgeschichte.

Als Außenstehender, also Nicht-Bayer, könnte man in einem Trachtenmodengeschäft, in dem man auch entsprechend beraten wird, nach dem passenden Modell Ausschau halten. Es gibt auch Geschäfte, die sich auf gebrauchte Lederhosen spezialisiert haben. Noch einfacher und praktischer funktioniert der Kauf über das Internet. Dafür sollte man aber zumindest seine Größe kennen. Beim Anprobieren im Laden muss man den Latz und die Hosenträger ordnen beziehungsweise entwirren und die Hose richtig zuknöpfen (was anfangs vielleicht ein wenig Übung voraussetzt).

Ein guter Sitz ist außerordentlich wichtig. Bei der Anprobe sollte die Hose eher ein wenig eng anliegen, da sich das Leder beim Tragen noch etwas weitet. Die möglichen Verzierungen sind mannigfaltig. Was aber die Motive angeht, so sind Stickereien in Form von Eichen- und Weinlaub wohl die gängigste Variante. So eine Hose hat natürlich auch ihren Preis. Damit sie lange hält und womöglich noch an die nächste Generation vererbt werden kann, sollte man hier nicht allzu knauserig sein.

Extravagante Lederhosen sind verpönt

Beim Lederhosenkauf kann man auch den einen oder anderen Fauxpas begehen. Bunte Exemplare oder solche, die augenscheinlich aus Kunstleder bestehen, sind unter Traditionalisten verpönt. Außerdem würde man auf Events wie dem Oktoberfest damit auf jeden Fall negativ auffallen. Eine richtige Lederhose besteht der bayerischen Tradition gemäß nämlich aus gegerbtem Hirschleder und die Knöpfe dazu passend aus Hirschhorn.

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