Arthrose verstehen: Stadien, Symptome, Therapien

Arthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit und betrifft Menschen aller Altersgruppen, tritt jedoch besonders häufig im höheren Lebensalter auf. Es handelt sich um eine degenerative Erkrankung der Gelenke, bei der sich der schützende Knorpel schrittweise abbaut.

In der Folge verändern sich auch Knochen, Bänder, Muskeln und die Gelenkkapsel. Arthrose ist kein plötzliches Ereignis, sondern ein meist langsam fortschreitender Prozess, der über Jahre oder sogar Jahrzehnte verläuft. Ein grundlegendes Verständnis der Stadien, Symptome und Therapieoptionen hilft dabei, den Verlauf besser einzuordnen und gezielt zu behandeln.

Die folgenden Abschnitte liefern umfassende Informationen zu einem Thema, von dem auch in Zukunft viele Menschen betroffen sein werden.

Arthrose

Arthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen weltweit.
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Was ist Arthrose und wie entsteht sie? So wichtig ist eine frühe Diagnose

Arthrose entsteht, wenn das Gleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit eines Gelenks dauerhaft gestört ist. Der Gelenkknorpel verliert nach und nach seine elastischen Eigenschaften, wird dünner und kann seine stoßdämpfende Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen.

Anfangs bleibt dieser Prozess oft unbemerkt, da Knorpelgewebe selbst nicht schmerzempfindlich ist. Beschwerden entstehen meist erst dann, wenn angrenzende Strukturen wie Knochen, Gelenkkapsel oder Schleimhaut betroffen sind.

Eine frühzeitige Diagnostik ist entscheidend, um das Fortschreiten zu verlangsamen und Folgeschäden zu minimieren. Ein erfahrener Orthopäde in Bad Aibling kann zum Beispiel den Zustand des Gelenks einschätzen und das Arthrose-Stadium, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt, bestimmen.

Je früher Veränderungen erkannt werden, desto größer sind in der Regel die therapeutischen Spielräume.

Die Stadien der Arthrose: Ein Überblick

Der Verlauf der Arthrose wird häufig in mehrere Stadien unterteilt. Diese Einteilung hilft dabei, den Schweregrad der Erkrankung einzuordnen und passende Therapieansätze zu wählen.

Frühstadium (Grad 1)

Im frühen Stadium zeigen sich erste Veränderungen im Knorpelgewebe. Die Oberfläche wird weicher und verliert an Struktur, ist jedoch noch weitgehend intakt. Beschwerden sind meist gering oder treten nur bei stärkerer Belastung auf. Viele Betroffene nehmen in dieser Phase lediglich ein leichtes Steifheitsgefühl wahr, etwa nach längeren Ruhephasen.

Mittleres Stadium (Grad 2)

Der Knorpelabbau schreitet voran, es können erste feine Risse entstehen. Der Gelenkspalt beginnt sich zu verschmälern. Schmerzen treten häufiger auf, vor allem bei Belastung, manchmal auch nach längeren Bewegungsphasen. Typisch sind Anlaufschmerzen, die nach einigen Minuten Bewegung wieder nachlassen.

Fortgeschrittenes Stadium (Grad 3)

In diesem Stadium ist der Knorpel deutlich geschädigt. Der Gelenkspalt ist sichtbar verengt, und der Knochen reagiert mit Umbauprozessen. Osteophyten, also knöcherne Anbauten, können entstehen. Schmerzen treten nun regelmäßig auf und schränken die Beweglichkeit zunehmend ein.

Endstadium (Grad 4)

Der Knorpel ist weitgehend oder vollständig abgebaut. Knochen reibt auf Knochen, was zu starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und teils deutlichen Fehlstellungen führt. Entzündliche Reaktionen im Gelenk sind häufig, und der Alltag ist oft erheblich beeinträchtigt.

Was sind die typischen Symptome bei Arthrose?

Die Symptome der Arthrose entwickeln sich meist schleichend und variieren je nach betroffenem Gelenk. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Belastungsschmerzen, die zu Beginn der Erkrankung dominieren. Mit fortschreitendem Verlauf können auch Ruheschmerzen auftreten, insbesondere nachts.

Ein weiteres typisches Symptom ist die Morgensteifigkeit, die sich nach kurzer Bewegung bessert.

Viele Betroffene berichten zudem über ein Knirschen oder Reiben im Gelenk, medizinisch als Krepitation bezeichnet. Schwellungen und Überwärmung können auf entzündliche Phasen hinweisen, die als aktivierte Arthrose bezeichnet werden.

Mit zunehmendem Knorpelverlust nimmt die Beweglichkeit ab. Alltägliche Aktivitäten wie Treppensteigen, Gehen oder Greifen können erschwert sein. Die Symptome verlaufen jedoch nicht immer linear; beschwerdefreie Phasen können sich mit schmerzhaften Episoden abwechseln.

Arthrose und Bewegung: Aktivität als ein wichtiger Baustein der Therapie

Lange Zeit galt Schonung als zentrale Empfehlung bei Gelenkbeschwerden. Heute ist bekannt, dass gezielte Bewegung eine entscheidende Rolle im Umgang mit Arthrose spielt. Bewegung fördert die Durchblutung des Gelenks, unterstützt die Nährstoffversorgung des Knorpels und stärkt die umgebende Muskulatur, die das Gelenk stabilisiert.

Besonders sinnvoll ist zum Beispiel Bewegung an der frischen Luft. Spazierengehen auf ebenem Untergrund, leichtes Wandern oder Radfahren verbessern nicht nur die Gelenkfunktion, sondern wirken sich auch positiv auf das Herz-Kreislauf-System und das allgemeine Wohlbefinden aus.

Regelmäßige, moderate Aktivität kann Schmerzen reduzieren und die Lebensqualität deutlich steigern.

Schwimmen bei Arthrose: Geht das?

Schwimmen nimmt unter den empfohlenen Bewegungsformen bei Arthrose eine besondere Stellung ein. Im Wasser wirkt der Auftrieb entlastend auf die Gelenke, sodass Bewegungen nahezu ohne Stoßbelastung möglich sind. Gleichzeitig werden viele Muskelgruppen gleichmäßig aktiviert.

Besonders bei Arthrose der Knie, Hüften oder der Wirbelsäule eignet sich Schwimmen in der Regel als schonende Trainingsform.

Auch Wassergymnastik kann eine sinnvolle Ergänzung sein, da der Wasserwiderstand einen sanften Muskelaufbau ermöglicht. Wichtig ist eine saubere Technik, um Fehlbelastungen zu vermeiden.

Welche konservativen Therapien bei Arthrose kommen häufig zum Einsatz?

Die Behandlung der Arthrose erfolgt in den meisten Fällen zunächst konservativ, also ohne operative Eingriffe. Ziel ist es,…:

  • Schmerzen zu lindern
  • die Beweglichkeit zu erhalten
  • das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Physiotherapie spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch gezielte Übungen wird die Muskulatur gestärkt und die Gelenkführung verbessert. Ergänzend können physikalische Maßnahmen wie Wärme- oder Kältetherapie eingesetzt werden, abhängig vom individuellen Beschwerdebild.

Medikamentöse Therapien umfassen vor allem schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkstoffe.

Nichtsteroidale Antirheumatika werden häufig eingesetzt, sollten jedoch aufgrund möglicher Nebenwirkungen nicht dauerhaft ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. In bestimmten Fällen können Injektionen mit Hyaluronsäure oder Kortison sinnvoll sein, um Beschwerden temporär zu reduzieren.

Gegebenenfalls erforderlich: Operative Therapieoptionen

Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen und die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist, können operative Verfahren in Betracht gezogen werden. Die Bandbreite reicht von gelenkerhaltenden Eingriffen bis hin zum Gelenkersatz.

Gelenkerhaltende Operationen zielen darauf ab, Fehlstellungen zu korrigieren oder geschädigte Knorpelareale zu behandeln. Im Endstadium der Arthrose kann ein künstliches Gelenk, eine sogenannte Endoprothese, eine deutliche Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung ermöglichen. Die Entscheidung für eine Operation erfolgt stets individuell und unter Abwägung aller Risiken und Vorteile.

Warum Mediziner Arthrose ganzheitlich betrachten

Arthrose betrifft nicht nur das Gelenk selbst, sondern den gesamten Bewegungsapparat und oft auch die psychische Verfassung. Chronische Schmerzen können zu Schonhaltungen, Muskelabbau und eingeschränkter Mobilität führen. Daher ist ein ganzheitlicher Therapieansatz besonders wichtig.

Neben medizinischer Behandlung und Bewegung spielen auch Faktoren wie Gewichtsmanagement, ergonomische Anpassungen im Alltag und Stressreduktion eine Rolle. Ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept kann dazu beitragen, trotz Arthrose ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Abschließendes: Kann man Arthrose gut behandeln?

Arthrose ist zwar nicht heilbar, lässt sich jedoch in vielen Fällen gut behandeln. Entscheidend sind ein frühzeitiger Therapiebeginn und ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept. Durch gezielte Bewegung, Physiotherapie, medikamentöse Maßnahmen und eine Anpassung des Lebensstils können Schmerzen deutlich reduziert und die Gelenkfunktion erhalten werden.

Auch moderne orthopädische Therapien bieten vielfältige Möglichkeiten, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Selbst in fortgeschrittenen Stadien stehen wirksame Optionen zur Verfügung, um Mobilität und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Eine Garantie gibt es jedoch – wie so oft – leider nicht.

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