Sonnenschutz in den bayerischen Alpen: Warum die Augen beim Bergurlaub besonderen Schutz brauchen

Wanderstöcke, Wetter-App, Sonnencreme für die Nase: Wer in den bayerischen Alpen unterwegs ist, denkt an vieles. Nur an die Augen denken die wenigsten. Dabei ist gerade der Bergurlaub für die Augen eine besondere Belastung – egal, ob beim Wandern am Watzmann, beim Skifahren auf dem Zugspitzplatt oder bei einer Hüttentour in den Chiemgauer Alpen. In der Höhe trifft die Sonne mit einer Intensität, die Sie aus dem Tal so nicht gewohnt sind, und Schnee und Fels wirken wie ein Verstärker. Warum guter Sonnenschutz für die Augen zur Grundausstattung jeder Bergtour gehört, welche Folgen zu viel UV-Strahlung haben kann und worauf es bei der Wahl der richtigen Brille ankommt, erklärt dieser Beitrag.

Panorama mit schroffen Berggipfeln, blauem Himmel und hellen Schneefeldern in den bayerischen Alpen

Panorama mit schroffen Berggipfeln, blauem Himmel und hellen Schneefeldern in den bayerischen Alpen.
(© Lesia Popovych – Shutterstock.com)

Warum die Sonne in den bayerischen Alpen stärker auf die Augen wirkt

Dass die Luft in den Bergen dünner wird, bemerken Wanderer spätestens beim steilen Aufstieg am eigenen Atem. Weniger bekannt ist, was die dünnere Atmosphäre mit der Sonneneinstrahlung macht: Sie filtert weniger ultraviolette Strahlung heraus. Nach Angaben des Bergsportmagazins alpin.de steigt die Intensität des ultravioletten Lichts pro 1.000 Höhenmeter um etwa 15 bis 20 Prozent. Wer also auf fast 3.000 Metern steht, setzt seine Augen einer deutlich höheren UV-Belastung aus als bei einem Spaziergang im flachen Voralpenland.

Verstärkt wird diese Wirkung durch die Reflexion. Der Bergsportausrüster Julbo beziffert den Rückstrahlungsgrad von Schnee auf 80 bis 90 Prozent der UV-Strahlung – schneefreies Gelände reflektiert dagegen nur rund 20 Prozent. Auch der Schweizer Alpen-Club warnt vor der hohen Strahlungsbelastung im Gebirge und empfiehlt konsequenten Augenschutz. Für die Augen heißt das konkret: Die Strahlung kommt nicht nur von oben, sondern auch von unten und von den Seiten. Eine leichte Alltagsbrille mit dunklen Gläsern, die das Licht lediglich von vorn abfängt, ist für diese Bedingungen nicht gemacht – selbst wenn sie in der Stadt völlig ausreicht.

Welche Folgen intensive UV-Strahlung für die Augen haben kann

Die Haut meldet zu viel Sonne noch am selben Abend – gerötet und deutlich sichtbar. Die Augen sind da weniger direkt, und genau darin liegt das Problem. Kurzfristig kann starke UV-Belastung Bindehaut und Hornhaut reizen. Wer etwa einen langen Skitag ohne geeigneten Schutz verbringt, riskiert eine schmerzhafte Entzündung der Hornhaut, die im Bergsport als Schneeblindheit bekannt ist. Die Beschwerden klingen in der Regel wieder ab, sind aber alles andere als ein Vergnügen im Urlaub.

Langfristig gehen Fachleute davon aus, dass eine hohe lebenslange UV-Dosis die Entstehung bestimmter Augenerkrankungen begünstigen kann – darunter eine Trübung der Linse, die das Sehen im Alter beeinträchtigt. Panik ist deshalb fehl am Platz, Achtsamkeit aber angebracht. Denn ein erheblicher Teil der UV-Strahlung dringt auch durch eine geschlossene Wolkendecke. Hinzu kommen Wind und trockene Bergluft, die die Augenoberfläche zusätzlich beanspruchen. Wer seine Augen bei Bergtouren konsequent schützt, senkt die Belastung spürbar – und das bei jedem Wetter.

Worauf bei der Wahl der Sonnenbrille für Berg und Piste zu achten ist

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Wer einen Skitag auf der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, verbringt, bewegt sich stundenlang auf einem Gletscherplateau zwischen gut 2.600 und fast 3.000 Metern Höhe – grelles Licht inklusive. Für solche Bedingungen sollte die Brille mehrere Kriterien erfüllen. Grundlage ist ein vollständiger UV-Schutz, den seriöse Hersteller mit einer entsprechenden Kennzeichnung ausweisen. Zweitens zählt die Filterkategorie der Gläser: Für das Hochgebirge empfehlen Experten die Kategorie 3, für Gletscher und extreme Blendung die noch dunklere Kategorie 4 – die allerdings im Straßenverkehr nicht zulässig ist. Drittens sollten Gläser und Fassung wegen der Reflexion auch das seitlich einfallende Licht abdecken; leicht gebogene Modelle oder Fassungen mit Seitenteilen haben hier Vorteile. Und schließlich muss die Brille sicher sitzen, ohne zu drücken – beim Aufstieg wie bei der Abfahrt. Übrigens gilt all das auch für Kinder, die auf Bergtouren ebenfalls einen gut sitzenden Schutz brauchen.

Für Brillenträger kommt ein weiterer Punkt dazu: die Sehstärke. Fertige Sonnenbrillen von der Stange lösen das Problem nur für Normalsichtige. Wer auf seine Korrektur angewiesen ist, fährt mit getönten Gläsern in der individuellen Sehstärke deutlich besser – sei es, um die Wanderkarte zu lesen, das Höhenprofil auf dem Handy zu prüfen oder den Weitblick ins Tal scharf zu genießen. Hier macht sich fachkundige Beratung bezahlt: Ein Optiker mit Erfahrung in Markt Schwaben wie das Team um Augenoptikermeister Florian Gahbauer kann Gläser, Tönung und Fassung genau auf den geplanten Einsatz abstimmen. Das Fachgeschäft Optik Gahbauer im Münchner Osten arbeitet mit Qualitätsgläsern namhafter Hersteller wie Hoya und Zeiss und passt die Fassung in der eigenen Werkstatt individuell an – ein Vorteil, der sich spätestens auf langen Touren bemerkbar macht.

Skifahrer mit Sonnenbrille auf einem sonnigen Gletscher in den bayerischen Alpen

Skifahrer mit Sonnenbrille auf einem sonnigen Gletscher in den bayerischen Alpen.
(© Yankovsky88 – Shutterstock.com)

Gleitsicht- und Sportbrillen für aktive Bergurlauber

Gerade für aktive Urlauber, die ohnehin eine Sehhilfe brauchen, ist die Brillenfrage in den Bergen mehr als eine Stilfrage. Wer wandert, wechselt ständig die Blickdistanz: von der Karte oder dem GPS-Gerät in der Hand auf den Weg vor den Füßen und weiter zum Gipfelkreuz in der Ferne. Eine individuell angepasste Gleitsichtbrille – wahlweise mit selbsttönenden Gläsern oder als getönte Outdoor-Variante – deckt all diese Sehbereiche ab, ohne dass die Brille ständig gewechselt werden muss. Das entlastet nicht nur die Augen, sondern macht die Tour auch sicherer, weil Tritte, Wurzeln und Kanten klar erkennbar bleiben.

Skifahrer und ambitionierte Bergsteiger greifen häufig zu Sportbrillen mit stärker gebogenen Gläsern, die Fahrtwind und seitliches Streulicht abhalten. Auch solche Modelle lassen sich mit der eigenen Sehstärke fertigen, bei stark gebogenen Fassungen teils über optische Einsätze hinter dem Visier. Wie aufwendig die Lösung sein sollte, hängt vom Einsatz ab: Für die gelegentliche Hüttenwanderung genügt oft eine gut sitzende Sonnenbrille mit Sehstärke, für regelmäßige Hochtouren lohnt die spezialisierte Gletscherbrille. Fachgeschäfte wie Optik Gahbauer, die ihre Gläser in der eigenen Werkstatt fertigen, können Fassung und Gläser exakt auf Kopfform und Einsatzbereich einstellen – ein handwerklicher Unterschied, der bei langen Stunden am Berg durchaus zählt.

Wandrerin mit individuell angepasster Brille auf einem Bergpfad in den bayerischen Alpen

Wandrerin mit individuell angepasster Brille auf einem Bergpfad in den bayerischen Alpen
(© Olena Yakobchuk – Shutterstock.com)

Kurz zusammengefasst: gut vorbereitet in die bayerischen Berge

Die bayerischen Alpen zählen zu den schönsten Urlaubsregionen Deutschlands – für die Augen und Haut zu den anspruchsvolleren. Mit jedem Höhenmeter steigt die UV-Belastung, Schnee und Fels verstärken die Strahlung zusätzlich. Ohne geeigneten Schutz sind die Augen in der Höhe schnell überfordert, auf Gletschern und im Schnee ganz besonders.

Die gute Nachricht: Das Risiko lässt sich einfach und wirksam reduzieren. Entscheidend sind ein vollständiger UV-Schutz, eine ausreichend dunkle Tönung, seitlicher Schutz und ein sicherer Sitz der Brille – auf Wunsch auch in der eigenen Sehstärke. Wenn Sie vor der nächsten Tour unsicher sind, ob Ihre vorhandene Sonnenbrille diesen Ansprüchen genügt, lassen Sie diese vor der Reise fachlich prüfen. Dann steht dem klaren Blick auf die Gipfelwelt Bayerns nichts mehr im Weg – und der Bergurlaub bleibt in jeder Hinsicht in bester Erinnerung.

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