Was bietet welches Zelt auf dem Oktoberfest?

14 große Zelte stehen zum Oktoberfest auf der Theresienwiese. Zwischen den Zelten gibt es einige Unterschiede, und das nicht nur beim Bier. Wir haben die wichtigsten Informationen und geschichtliche Hintergründe für Sie rausgesucht. Wer noch tiefer in die Materie einsteigen will, sollte bei der Süddeutschen Zeitung vorbeischauen, die eine eigene Seite mit vielen interessanten und aktuellen Artikeln zum Oktoberfest eingerichtet hat.

Foto: shrank - Pixabay.com

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Das wohl wichtigste Zelt: Schottenhamel

Im Jahre 1867 wurde das erste Schottenhamel-Zelt aufgebaut. Hier hatten bis zu 50 Personen Platz, heute sind es bis zu 10.000 Personen. Seit 1950 schenkt kein Zelt Bier vor dem Schottenhamel aus, die Tradition des Anzapfens wurde beim zweiten Oktoberfest nach dem Krieg durch den damaligen Oberbürgermeister Thomas Wimmer ins Leben gerufen: „O’zapft is!“ Neben Politikern und Promis trifft man heute besonders junges Publikum in diesem Zelt, in den Boxen sind zum Abend hin die Münchener Studentenverbindungen zu finden. Im Schottenhammel-Zelt wird Oktoberfestbier von Spaten serviert.

Der „Neuling“ auf der Wies’n

Im Jahre 2014 wurde ein großer Traum für die Betreiber des Marstalls wahr. Das ursprünglich kleine Zelt der Kalbskuchl durfte den Platz des ehemaligen Hippodroms einnehmen und das Marstall Festzelt war geboren. Pferde bleiben weiterhin ein wichtiges Thema, denn der Marstall war eine adlige Reitschule im alten München. Über dem Eingang hängt ein Pferdegespann und im Innenraum befinden sich Pferdefiguren aus Holz. Das Zelt ist besonders familienfreundlich, so bietet es Wickeltische und genug Raum für Kinderwägen. 3.200 Gäste finden im Innenraum Platz, draußen sind es noch einmal 1.000 Sitzgelegenheiten. Neben bayrischen Speisen und Bier bietet das Zelt sogar vegetarische und vegane Mahlzeiten sowie Weine und Champagner.

Die Armbrustschützen-Gilde auf dem Oktoberfest

Der Name des Festzelts Winzerer Fähndl beruht auf dem damaligen Stammsitz des gleichnamigen Schützenvereins, der mittlerweile in das Armbrustschützen-Zelt umgezogen ist. 1895 bauten die Fähndl ihr erstes Zelt. Erkennbar ist das große Zelt an dem Turm mit dem drehenden Bierkrug. 8.450 Personen finden hier im Zelt und 2.450 Personen im Garten Platz.

Seit 1935 werden die deutschen Armbrust-Meisterschaften in der Schützenhalle der Armbrustschützen-Festhalle auf dem Oktoberfest ausgetragen. Im Innenraum des Festzeltes können 5.830 Personen feiern, im Außenbereich noch einmal mehr als 1.000 Personen. Paulaner beliefert das Zelt täglich mit frischem Oktoberfestbier. Das Fleisch für die Mahlzeiten stammt sogar aus eigener kontrollierter Aufzucht. Dafür wurden die Armbrustschützen schon mehrfach mit der Goldenen Plakette für „Umwelt“ vom Bayerischen Staatsministerium ausgezeichnet.

Das Schützen-Festzelt ist das einzige Schützenzelt, in dem kein Paulaner getrunken wird, hier bekommen die Gäste das Löwenbräu-Oktoberfestbier. Auch heute findet hier noch das traditionelle Oktoberfestschießen statt. Nachdem das Zelt lange nur als Schützenzelt mit Getränkeausgabe genutzt wurde, können seit 1961 auch Speisen genossen werden. Das Zelt steht direkt unter der Patronin Bayerns: Bavaria.

Tummelplatz der Promis und der Welt

Das wohl bekannteste Oktoberfestzelt weltweit: Das Hofbräu-Festzelt. Zur Mittagszeit kann man hier besonders günstig schlemmen. Das Hofbräu Oktoberfestbier schmeckt mit seinem Alkoholgehalt von 6 % besonders vollmundig. Das Zelt ist gut zu erkennbar an der zwei Meter hohen und beleuchteten Krone. Im Innenraum wird übrigens echter grüner Hopfen zur Dekoration eingesetzt. Es gibt im Außenbereich 3.000 Sitz- und 1.000 Stehplätze und im Innenbereich zusätzlich noch einmal 6.000 Sitzgelegenheiten.

Käfer’s Wies’n-Schänke ist das Zelt, in dem die Prominenz sich trifft. Im Innenraum gibt es gerade mal Platz für 1.000 Personen, im Außenbereich können jedoch noch weitere 1.900 Personen Platz nehmen. Das Zelt hat bis 00:30 geöffnet und damit länger als die anderen Zelte. Neben den Gästen ist auch die Küche ausgezeichnet. Wer hier bestellt bekommt Paulaner ausgeschenkt, vorausgesetzt man erscheint rechtzeitig oder hat eine Reservierung.

Hacker-Pschorr auf der Wies’n

Foto: jackmac34 - Pixabay.com

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Das Hacker-Festzelt wird als Himmel Bayerns bezeichnet, denn die Decke erstrahlt in himmlischer Bemalung und bei Sonnenschein kann sogar ein Teil des Daches geöffnet werden. Hier haben 6.950 Personen Platz und im Garten gibt es Sitzgelegenheiten für 2.350 Personen. Serviert wird das eigens gebraute Hacker-Pschorr Wies’n Bier. Das zweite große Festzelt, in dem die Brauerei ausschenkt, ist das Pschorr-Bräurosl. Der Name des Zeltes stammt übrigens von der Tochter des Braumeisters. Am ersten Sonntag des Oktoberfestes ist der Gay-Sunday – und das schon seit 30 Jahren.

In der Augustiner-Festhalle wird das Augustiner Bier noch in großen Holzkrügen serviert, das Bier soll hier deshalb auch am besten schmecken. Eines der freundlichsten Zelte auf der Wies’n hat Platz für 6.000 Personen im Innen- und 2.500 Personen im Außenbereich.

Die Löwenbräu-Festhalle serviert natürlich Löwenbräu. Ein riesiger Löwe thront über dem Eingang des Zeltes. Vom Brotzeitteller, übers Bauernhendl bis zu gerösteten Schupfnudeln kommt hier jeder auf seinen Geschmack. Passend zum Löwen wird hier auch wirklich gebrüllt, alle paar Minuten melden sich die Fans und Spieler des TSV 1860 München zu Wort. Platz haben hier insgesamt fast 9.000 Personen.

Ein bisschen Abwechslung muss sein

Deftiges Essen gibt es in allein Zelten, doch Ochse in allen Variationen nur in der Ochsenbraterei. Für zartbesaitete Gemüter ist das jedoch nichts, hier werden die Ochsen namentlich mit Gewicht auf der Karte genannt. Das alles begann als Attraktion im Jahre 1881, nach kurzem Aussetzen aufgrund von Finanzierungsproblemen wurde die „Mechanische Ochsenbraterei“ vom Magistrat gebeten, auf die Wies’n zurückzukehren. Seit 1980 ist die Ochsenbraterei in Besitz der Spaten-Franziskaner-Brauerei, sodass hier natürlich auch Spaten serviert wird. 7.400 Personen haben in diesen Zelt Platz.

Fischer-Vroni ist bekannt für die Steckerlfische. Auf den Stock kommen hier Makrelen, Saibling und Lachsforelle. Wer den Fisch auf dem Teller bevorzugt, kommt hier jedoch nicht zu kurz. Das Zelt feiert dieses Jahr sein 66-jähriges Bestehen auf dem Oktoberfest. Den Namen erhielt das Zelt von der Witwe des Gründers, denn Philippine Winter wurde bekannt als Fischer-Vroni. Heute bietet das Zelt Platz für 2.695 Personen im Innenbereich und für weitere 700 Personen im Garten. Neben Fisch werden hier auch andere Speisen mit Fleisch, vegetarisches und veganes Essen sowie Augustiner, Wein und Spirituosen serviert.

Das Weinzelt hat eine reichhaltige Wein-, Sekt- und Champagnerkarte. Neben Weingetränken bietet das Zelt natürlich auch Paulaner Weißbier an. Es gehört zu den kleinen der großen Zelte mit Platz für 3.000 Personen, aber laut den Wirten ist die Stimmung hier genauso gut, wie bei den Großen.

Je nach Vorliebe findet also jeder ein Zelt nach seinem Geschmack auf dem größten Volksfest der Welt. Informationen zu den kleinen Zelten finden Sie direkt auf der Seite des Oktoberfestes.



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