Fahrzeugkauf in Zeiten der Pandemie

Seit COVID 19 die Menschheit international im Griff hat, haben viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen andere Entscheidungen getroffen. So ist beispielsweise der Konsum analoger Güter beim Shopping, im Restaurant oder beim Friseur stark zurückgegangen. Budgets, die gut verdienende Menschen sonst in diverse Urlaube investiert hätten, blieben aufgrund von Corona unberührt. Dafür boomten E-Bikes, Online-Shopping in allen Facetten oder auch die Ausstattung des eigenen Gartens als Kinderspielplatz. Wer weniger Geld für Konsum und Reisen ausgeben konnte, aber das Geld auch nicht schlecht verzinst auf der Bank liegen lassen wollte, hat vielfach über die Investition in ein neues Fahrzeug nachgedacht. Doch in Zeiten der Pandemie sollten sowohl beim Gebraucht- als auch beim Neuwagenkauf einige Details beachtet werden.

Fahrzeugkauf

Vor entspannten Fahrten mit dem neuen Auto steht die Auswahl des Modells, ein detaillierter Preisvergleich sowie die passende Finanzierung. Die Finanzierungsmöglichkeiten im Autohaus sind oft nicht die beste Wahl. (©EpicStockMedia – Shutterstock.com)

Was den Fahrzeugmarkt in Zeiten der Pandemie verändert

Unabhängig vom Ausbruch der Pandemie herrscht ein internationales Zinstief. Durch die Geldmarktpolitik verschiedener Länder ist viel Geld im Markt, was zusätzlich zu den niedrigen Zinsen auch noch die Inflation anfeuert.

Im Ergebnis heißt dies für den Verbraucher: Geld auf der Bank oder in festverzinslichen Anlagevarianten bringen nur noch wenig oder gar keine Zinsen. Die Zinsen sind sogar so gering, dass sie nicht einmal die Entwertung durch die Inflation ausgleichen können.

Wer über Kapital auf Bankkonten verfügt, der wird von manchen Kreditinstituten mit Verwahrentgelten bestraft. Hier lässt sich die Bank die Aufbewahrung größerer Summen mit hohen Gebühren bezahlen.

Wenn sich das Sparen am Geldmarkt nicht mehr lohnt, dann folgt in vielen Märkten die sogenannte „Flucht in Sachwerte“. Wer beispielsweise 250.000 Euro zur freien Verfügung hat, der kann damit nur noch geringe Zinsen erwirtschaften. Die Investition in eine Immobilie, Kunst oder andere Wertgegenstände hingegen verspricht eine bessere Rendite. Darüber hinaus erfüllen Sachwerte im aktuellen Markt eher die Funktion von Geld, den Wert aufzubewahren.

Der Normalverbraucher hat meist nicht derart hohe Summen zur freien Verfügung, kann sich aber ebenfalls nicht mehr auf ordentliche Zinserträge verlassen. Hier wird dann die kleinere Flucht in Sachwerte angetreten, was zur Renovierung der Wohnung oder eben der Anschaffung eines besseren Fahrzeugs führt.

Gelockt von der Botschaft, dass bei derart niedrigen Zinsen Kredite zur Finanzierung des Fahrzeugs praktisch geschenkt sind, drängen immer mehr Käufer in den Fahrzeugmarkt. Die Folge: Je größer die Nachfrage, desto höher werden die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen. Parallel zur gestiegenen Nachfrage konnte die Automobilindustrie während der Pandemie nur noch unter erschwerten Bedingungen Fahrzeuge produzieren. Auf die gestiegene Nachfrage trifft also ein minimiertes Angebot.

Für Kunden ist es aufgrund der Summe all dieser Faktoren besonders wichtig, die Entscheidungen beim Kauf eines Fahrzeugs sorgsam abzuwägen. Oft kann man bei einem Autokredit über die Bank im Vergleich zur Händlerfinanzierung sparen.

Wie sich die Finanzierungsangebote von Banken und Autohäusern unterscheiden

Sowohl Gebrauchtwagenhändler als auch Fahrzeughäuser mit Neuwagen bieten Interessenten in den meisten Fällen eine praktische, bequeme und angeblich günstige Finanzierung an. Heute werden immer mehr Fahrzeuge nicht bar bezahlt, sondern im Rahmen von Finanzierungen oder Krediten schon während der Nutzung bezahlt. Eine Alternative zum Kauf auf Raten stellt Leasing dar, wo der Leasingnehmer (Autofahrer) beim Leasinggeber (Bank des Autohändlers) für einen bestimmten Zeitraum ein Fahrzeug mietet.

In einer Pressemitteilung wird deutlich, wie sich die aktuelle Marktlage auf die Kosten der Finanzierung auswirkt. Auch wenn die Zinsen für einen Fahrzeugkredit einen neuen Tiefststand erreicht haben, gibt es innerhalb der Finanzierungsangebote Preisunterschiede von bis zu 80 Prozent – wer nicht draufzahlen will, der sollte sich im Vorfeld informieren.

Die Pressemitteilung gibt Auskunft darüber, dass mehr als 60 Prozent der Fahrzeugfinanzierungen über die Banken der Fahrzeughersteller gestaltet werden.

Das Problem bei Finanzierungsangeboten beim Fahrzeughändler: Die Autohäuser arbeiten meist nur mit einem Finanzierungspartner, selten zwei bis drei Anbietern zusammen. Diese kleine Teilmenge deckt bei weitem nicht ab, was der Markt an Fahrzeugfinanzierungen zu bieten hat. Käufer sollten unbedingt ihre Hausbank um ein Vergleichsangebot bitten, besser gleich mehrere Filialbanken in der Nähe.

Die einfachste Variante, um sich ein Gespür für aktuelle Zinsen passend zur Laufzeit und zur Höhe der Finanzierung zu verschaffen, sind Vergleichsportale im Internet. Hier können bequem die einzelnen Daten eingegeben werden und es werden übersichtliche Angebote angezeigt. So kann man mit einer schnellen Recherche überprüfen, wie weit das Angebot der Hausbank oder Autohauses von der Gesamtheit des Marktes abweicht.

Unterschiedliche Finanzierungsmodelle

Im Rahmen der Fahrzeugfinanzierung arbeiten Kreditinstitute meist mit Ratenkrediten, die mit oder ohne Zweckbindung gestaltet werden. Beim Autohändler hingegen werden meist sogenannte Ballonfinanzierungen angeboten.

Die Ballonfinanzierung über die Bank des Fahrzeugherstellers: Diese Form der Finanzierung setzt sich meist aus mehren Komponenten zusammen. Sie besteht üblicherweise aus einer Anzahlung, einer Finanzierung über eine bestimmte Anzahl von Monaten mit gleichbleibender Rate, bevor dann der Abschluss der Finanzierung mit einer Abschlussrate steht. Die monatlichen Raten sind oft sehr günstig, dafür investieren Käufer allerdings zu Beginn und zum Schluss einen jeweils hohen Betrag auf einmal. Wer die Schlussrate zum Ende der Finanzierung nicht auf einmal zahlen kann, muss sich um einen weiteren Kredit bei Banken bemühen.

Der Ratenkredit mit oder ohne Zweckbindung bei einer Bank: Der zweckgebundene Fahrzeugkredit ist so gestaltet, dass der Bank das Fahrzeug als Sicherheit dient. Wer die monatlichen Raten nicht zahlen kann, der riskiert den Übergang des Eigentums am Fahrzeug an die Bank. Dann steht der Kreditnehmer allerdings auch schuldenfrei, jedoch ohne Fahrzeug da. Für den Autokäufer ist es hier vorteilhaft, dass über die gesamte Laufzeit hinweg gleichbleibend hohe Raten bezahlt werden müssen. Ein Ratenkredit ohne Zweckbindung nutzt nicht das Fahrzeug als Sicherheit, weshalb die Zinsen hier prinzipiell höher sind.

Auto finanzieren

Ehe der neue Gebrauchte oder das Neufahrzeug in der eigenen Einfahrt steht, sollten Kunden die Finanzierungsangebote vieler Anbieter detailliert vergleichen. (© Sergii Molchenko – Shutterstock.com)

So verlockend die zahlreichen Angebote von Banken in Zeiten der Niedrigzinspolitik auch sind, so sollten Käufer doch im Vorfeld einen ehrlichen Blick auf ihre finanzielle Situation werfen. Denn jeder Kredit möchte zurückgezahlt werden und im Idealfall sollten Sicherheiten hinterlegt sein. Käufer sollten sich im Vorfeld über häufig gemachte Fehler bei der Kreditaufnahme informieren.

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