Die Vertragskündigung – einfach oder schwer?

„Tschö“, wie man im nahe Neuss gelegenen Köln sagen würde. „Tschö“ zum Vertrag, der einem keine Freude mehr gebracht hatte – oh, Marie Kondo wäre stolz. Aber ist es wirklich so einfach?

Ein kleines, fiktives Beispiel, warum man kündigen könnte.

Klar, sowas geschieht auf Smartkündigen.de mit Kündigungsnachweis, aber warum hat man sich jetzt dazu entschlossen, diesen Vertrag zu kündigen?

Hinweis: Das folgende Beispiel ist fiktiv.

Nun, da wäre zum einen der Fakt, dass die Leistungen, die mir noch zu Beginn meines Vertrages vom Händler aus versprochen wurden, nicht eintraten. Also – nicht nur „In Toto“, sondern im Grunde „gar nicht“. Mir wurde zugesagt, dass die Internetleitung richtig schnell sein würde und dennoch sitze ich mitunter mehrere Minuten vor dem Computer, bis die Seite zur Gänze geladen ist. Und am Rechner kann es nicht liegen, das wurde überprüft.

Also kann der Schuldige im Grunde nur die Internetleitung sein. Entsprechendes trägt man beim Vertragspartner vor. Dieser lächelt nachsichtig, erläutert, dass die Geschwindigkeit eine Kann-Leistung ist, ehe er auf die tatsächlich garantierte Leistung verweist, die deutlich unter der Kann-Geschwindigkeit liegt.

Vertragskündigung

Ein Unterschrift unter einem Vertrag sollte immer genau bedacht werden. (© fizkes – Shutterstock.com)

Tja, was tut man dann? Eine Option wäre freilich, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Man hat ja immerhin eine garantierte Leistung, auch, wenn diese nicht einmal annähernd an die Kann-Geschwindigkeit heranreicht. Vielleicht sollte man einfach Ruhe bewahren, dankbar sein, dass man überhaupt eine Internetleitung hat und sich außerdem vergegenwärtigen, dass es weitaus schlimmer kommen könnte.

Oder man sagt, dass es so nicht weitergehen kann und zieht die Option der Vertragskündigung. Dies geschieht dann entweder über die oben genannte Homepage, die sich um die Übersendung des Kündigungsformulars kümmern. Alternativ lässt sich auch selbst eruieren, an wen die Kündigung gehen soll und ein entsprechendes Anschreiben formulieren.

Weitere Kündigungsgründe

Es gibt viele Gründe, einen Vertrag zu kündigen. Option 1, nämlich die, dass man mit der Leistung nicht mehr zufrieden ist, haben wir eben beleuchtet. Aber es gibt auch die Option, dass man eine Leistung nicht mehr benötigt. Nehmen wir als Beispiel eine Zweitwohnung, die man sich als Ferienwohnung für die diversen schul- und arbeitsfreien Tage im schönen Carolinensiel gemietet hat. Allerdings erkennt man irgendwann die Schönheit Bayerns im Sommer und weiß daher, dass hier die nächsten Urlaube verbracht werden.

Das ist natürlich unschön für die Vermieter in Carolinensiel, aber auch so ein Vertrag kann gekündigt werden. Zwar darf der Vermieter die Wohnung nicht kündigen, aber der Mieter darf dies tun.

Von der Zukunft und dem Kündigen der Müllabfuhr

Oder denken wir mal über das Thema Abfall, Abwasser und Brauchwasser nach. Wenn das Projekt „Schwammstadt München“ Früchte trägt, wie ja bekanntlich schon Wien, Kopenhagen, Singapur oder zumindest in Neubaugebieten in Städten wie etwa Berlin, kann etwa das Regenwasser beinahe zur Gänze von der Kanalisation abgekoppelt werden. Und durch die Kreislaufwirtschaft, die ein Thema der IFAT Munich sein soll, könnte beispielsweise der tatsächlich produzierte Müll deutlich reduziert werden. Ob wir dann unsere Mülltonnen werden de-abonnieren können, also quasi den Vertrag mit der Müllabfuhr kündigen, wird die Zukunft zeigen müssen. Aktuell jedenfalls ist es nicht erlaubt – im Gegenteil. Sowohl Gewerbetreibende als auch Hauseigentümer müssen eine Anschaffung der gebührenpflichtigen Restmülltonnen leisten.

Fazit

Das Thema „Kündigung“ ist nicht immer einfach. Entweder war der Vertrag doch noch gut genug, oder aber irgendwelche anderen Faktoren sprechen im zweiten Moment dagegen, obwohl die Kündigung im ersten Moment eigentlich wie eine relativ einfache Sache wirkte. Und seien wir ehrlich: Wir kündigen ja nicht einfach so einen Vertrag, weil wir Lust darauf haben, sondern, weil die Modalitäten uns nicht mehr passten, oder wir ein besseres, respektive anderes Angebot erhalten haben, das uns mehr zusagte. Daher ist die Option, eine Kündigung so einfach wie möglich zu machen, auch gleichzeitig ein Befreiungsschlag, wie auch die Option, das Leben als mündiger Bürger und Kunde endlich eigenständig in die Hand nehmen zu können.

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